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Thema ARMUT: Arme Kinder studieren seltener
Veröffentlicht am 05.07.2004
Kinder aus armen Familien studieren seltener
"Nach wie vor gibt es eine ungleiche Verteilung der Chancen beim Zugang zu höherer Bildung" – diese alarmierende Feststellung machte Professor Hans-Dieter Rinkens, Präsident des Studentenwerks, Mitte Juni anlässlich der Veröffentlichung der Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland.
Seit Beginn der 80er Jahre steigt der Anteil Studierender "hoher" sozialer Herkunft kontinuierlich, während sich der Anteil Studierender "mittlerer" und "unterer" sozialer Herkunft verringert. So waren 2003 Studierende "hoher" sozialer Herkunft doppelt so häufig an den Hochschulen anzutreffen wie 1982 (1982: 17%, 2003: 37%). Im Gegenzug reduzierte sich der Anteil Studierender "niedrigerer" sozialer Herkunft auf fast die Hälfte (1982: 23%, 2003: 12%).
Je besser die soziale Herkunft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, die berufliche Ausbildung mit einem Hochschulabschluss zu beenden: Im Jahr 2000 nahm nur etwa jedes zehnte Kind "unterer" sozialer Herkunft ein Hochschulstudium auf; der Anteil von Kindern "mittlerer" Herkunft war dreimal (29%), der Anteil von Kindern "gehobener" Schichten sechsmal so hoch (66%). Die höchsten Bildungschancen haben Kinder "hoher" sozialer Herkunft: 81 von 100 studieren.
Das Deutsche Studentenwerk führt seit 1951 Sozialerhebungen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland durch. Für die aktuelle Sozialerhebung wurden rund 21.400 Studierende befragt. Das Konstrukt "soziale Herkunft" soll die Bedeutung der Herkunftsfamilie für die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden veranschaulichen. Es beruht auf Angaben zu Schul- und Berufsabschluss der Eltern und ihrer beruflichen Stellung.