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Gestiegenes Armutsrisiko für Geringverdiener

Veröffentlicht am 28.04.2005

Seit Jahren wird in der Politik über den Niedriglohnsektor gesprochen: durch den Ausbau des Niedriglohnsektors sollen mehr Arbeitsplätze geschaffen und damit langfristig Armut verhindert werden. Eine aktuelle Studie zeigt die Risiken dieser Entwicklung auf, die auch Jugendliche in besonderer Weise betrifft.

Ein Arbeitslohn gilt als Niedriglohn, wenn er geringer als 2/3 des durchschnittlichen Lohns ist. Im Jahr 2001 war das weniger als 1.630 Euro Bruttogehalt (also ohne Abzüge von Sozialversicherung und Steuern).

Insgesamt sind 17,4 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten Geringverdiener. Bestimmte Personengruppen sind besonders häufig betroffen: unter anderem sind das Jugendliche und junge Erwachsene neben Frauen, Beschäftigten aus Ostdeutschland und gering Qualifizierten.

Seit Ende der 90er Jahre liegt der Niedriglohnsektor in Deutschland leicht über dem Durchschnitt der EU Staaten. Deutschland ist allerdings Schlusslicht, wenn es darum geht, dass Menschen eine Chance auf einen Aufstieg aus dem Niedriglohnsektor haben: Die Aufstiegschancen sind in den letzten zwanzig Jahren deutlich zurück gegangen. Inzwischen bleiben zwei Drittel der Geringverdiener dauerhaft in diesen Arbeitsverhältnissen.

Insgesamt gibt es also seit Mitte der 90er Jahre mehr Niedriglohnbeschäftigte und gleichzeitig weniger Chancen auf einen Aufstieg in bessere Lohnverhältnisse. Wenn immer mehr Beschäftigte in einer „Niedriglohnfalle“ festsitzen, steigt auch ihr Armutsrisiko an.

Der Bericht stammt von dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Die Forscher warnen vor den gestiegenen Risiken der Niedriglohnarmut. Dennoch lehnen sie lehnen Niedriglohnjobs nicht grundsätzlich ab, da ihrer Meinung nach so trotzdem Arbeitsplätze geschaffen werden und eine Niedriglohnstelle besser ist als Arbeitslosigkeit.

Download des Berichts (PDF)

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