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JRK im Dialog mit Ursula von der Leyen

Veröffentlicht am 06.07.2006

Deutsches Jugendrotkreuz im Dialog mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen

Verbände und Politik gemeinsam gegen Kinderarmut

Berlin, 29. Juni 2006
Die Leitung des Deutschen Jugendrotkreuzes diskutierte am 28. Juli 2006 mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen über Kinderarmut in Deutschland. Dabei standen Lösungsansätze im Zentrum, die auf eine Vernetzung der Interventionen von Politik und Verbänden abzielen.

Hintergrund des Gesprächs, an dem die ehrenamtliche Leitung des Jugendrotkreuzes (JRK) teilnahm, war ein Positionspapier zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut, das im Zuge der aktuellen bundesweiten JRK-Kampagne „ARMUT: SCHAU NICHT WEG!“ entstanden ist. Darin sind Forderungen an den eigenen Verband genauso wie an Politiker und Politikerinnen enthalten, wie die Umsetzung des Grundsatzes „Gleiche Bildung für alle“.

JRK-Bundesleiterin Dr. Birgit Hantzsch betonte die besondere Vorgehensweise beim Entstehen des Positionspapiers: „Aus ganz Deutschland haben Jungen und Mädchen aus dem Jugendrotkreuz in ihrer direkten Umgebung beobachtet, was Armut bedeutet. Ihre Sorgen möchten wir zu Gehör bringen.“ Die in der Position fest gehaltenen Ergebnisse zeigen, wie stark Armut von Kindern nachhaltig Einfluss auf die Faktoren Bildung und Gesundheit ausübt.

„Alle Kinder müssen die Chance auf Bildung, auf Sport und Freizeit haben“, so formulierte die Bundesfamilienministerin ihre eigene Position. Gesundheit sei dabei eng gekoppelt an Bildung, an das Wissen um Zusammenhänge. Sie möchte Kindern in Deutschland, die in zunehmend lockeren Familienstrukturen aufwachsen, „moderne Lebensräume“ zum Spielen und Lernen bieten – mittels eines nahtlos ineinandergreifenden Netzwerkes von Kindertagesstätten, Ganztagsschulen und Jugendverbänden. In diesem Kontext plädierte die Bundesministerin für eine gezielte Förderung der Jugendverbände.

Mit einer Vielfalt von Projekten aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Freizeit leistet das JRK einen Beitrag zur Armutsprävention. Mit circa 1500 Schulsanitätsgruppen und rund 200 Streitschlichter-Programmen ist der Jugendverband an Schulen aktiv. Neue Bildungskonzepte für eine Ausweitung der Angebote an Ganztagsschulen sind fertig gestellt oder in der Entwicklung.

Einig waren sich Frau von der Leyen und die Jugendrotkreuzler/-innen über die weitreichende Bedeutung der Jugendarbeit mit Peer Groups, insbesondere für benachteiligte Kinder. Die Bundesministerin unterstrich dabei die grundlegenden Erfahrungen von Rückhalt und Zugehörigkeit in einer Gruppe von Gleichaltrigen. „Als soziales Lernen mit Ausrichtung auf Menschlichkeit“ beschreibt die JRK-Bundesleiterin, selbst seit ihrem neunten Lebensjahr im JRK aktiv, die Stärke der Jugendarbeit im JRK. „Verbände geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, Grenzen auszuloten und selbst etwas auf die Beine zu stellen.“

Die aktuelle Kampagne bietet den JRK-Mitgliedern auf allen Ebenen Wege der gesellschaftlichen Mitgestaltung, sei es durch kostenfreie Jugendcamps oder ein Gespräch im Bundesministerium: Das Ziel bleibt gleich: Jenen Kindern und Jugendlichen zu helfen, die in Not sind.

Das Jugendrotkreuz und die Bundesministerin Ursula von der Leyen vereinbarten, den begonnenen Dialog fortzusetzen: Beim Bundesdelegiertentag des JRK 2007 werden die Mitglieder Gelegenheit haben, mit einem Vertreter des BMFSFJ über die Maßnahmen der Politik gegen Kinderarmut zu diskutieren.

Mit der bundesweiten Kampagne „ARMUT: SCHAU NICHT WEG!“ engagiert sich das Jugendrotkreuz seit März 2004 für arme Kinder und Jugendliche in Deutschland. Das Positionspapier gibt es auf der Website www.schaunichtweg.de zum Download.

Das Deutsche Jugendrotkreuz (JRK) ist der eigenständige Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes mit mehr als 110.000 Mitgliedern, die sich für soziale Gerechtigkeit, Gesundheit und Umwelt, für Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Regelmäßig entwickelt das JRK Kampagnen zu Themen, die junge Menschen betreffen, etwa zu Kindersoldaten, Gewaltprävention und aktuell zu Kinderarmut. Mehr auf der Website www.jrk.de

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