Soziale Schule durch soziale Kompetenz

Die JRK-Streitschlichter wissen wie man Konflikt­parteien wieder zusammenführt. Foto: Axel Beck

Ein soziales Miteinander ist eine zentrale Grundlage für ein erfolgreiches Lernen. Wir vom Jugendrotkreuz haben eine Reihe von Projekten und Angeboten ins Leben gerufen, um die sozialen Kompetenzen von Jugendlichen zu stärken und einen friedlichen und menschlichen Umgang untereinander und ein Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft zu fördern.

Das JRK-Streitschlichterprogramm

Streit an Schulen kann schnell in körperliche Gewalt ausarten. Damit es gar nicht erst so weit kommt, bietet das JRK für Schüler/-innen eine Ausbildung in Streitschlichtung an. Sie lernen, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält, sorgen dafür, dass es gar nicht erst zu Gewalt kommt und suchen gemeinsam mit den Streitenden nach Lösungen.

Alle Details zur Streitschlichtung findest Du auf der Seite zum JRK-Streitschlichterprogramm

Das Projekt „Humanitäre Schule“

Im Rahmen des Projekts „Humanitäre Schule" zeichnet das Jugendrotkreuz Schulen aus, die sich in außergewöhnlicher Weise mit dem Thema Menschlichkeit befassen. Dazu lernen die Schüler im Rahmen eines Planspiels, in dem es um den Konflikt zwischen zwei Staaten dreht, das humanitäre Völkerrecht kennen und versuchen, den Konflikt zu lösen. Anschließend führt die Schule ein selbstgewähltes soziales Projekt durch.

Alle Details zum humanitären Völkerrecht, dem Planspiel und der Zertifizierung findest Du auf der Seite Humanitäres Völkerrecht.  

Das Projekt „SoKo – Soziale Kompetenz in der Schule erwerben“

Vertrauen im Team ist der Schlüssel für eine perfekte Zusammenarbeit. Foto: Marius Glasemann

Wie wir in Zukunft leben werden, ob unsere Gesellschaft zusammenhält – das hängt auch davon ab, wie Jung und Alt zusammenhalten. In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits viele gute Projekte, die das Miteinander der Generationen fördern. Ein vom Land NRW ausgezeichnetes Projekt ist das Jugendrotkreuz-Projekt „SoKo – Soziale Kompetenz in der Schule erwerben“, das in Kooperation mit Schulen umgesetzt wird und der Werte- und Demokratieerziehung von Kindern dient und dabei von Senioren begleitet wird. Das JRK verbindet damit den Gedanken des Service Learnings mit einem Freiwilligendienst für ältere Menschen.

Erfahrungen zum Projekt

SoKo wurde von 2005 bis 2008 zunächst als Pilotprojekt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit dem DRK gefördert. Der Kerngedanke war, durch die Teilnahme an SoKo ein freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement schon in der Schulzeit einzuüben, wodurch die Kompetenz und die Bereitschaft der Schüler/innen sich auch später sozial zu engagieren gefördert wird. Da die Unterstützung des Pilot-Projektes vom BMFSFJ  im August 2008 ablief, die Begeisterung der Projektteilnehmenden aber unvermittelt anhält, entschloss sich die Geschäftsleitung des DRK´s selbst die Trägerschaft für SoKo bis 2012 zu übernehmen und dadurch Jugendlichen die Möglichkeit des  Instrumentes demokratischer Werteerziehung, Gewaltprävention und sozialer Kompetenz zu erhalten.

Seit 2005 haben sich über 9000 Schüler/innen freiwillig in ihrer Freizeit in sozialen Einrichtungen im Bereich Nordrhein und in der Nachbarschaft engagiert und wurden von über 200 Paten und Lehrer/innen begleitet.

„SoKo“ wurde vom Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW Armin Laschet am 23.06.2008 im Wettbewerb „Projekte für Generationen“ mit einem Preis in der Kategorie „Voneinander lernen“ ausgezeichnet.

Alt trifft Jung – beim geselligen Spielenachmittag

Projektidee

Demokratie lebt von aktivem Engagement. Die Übernahme von Verantwortung für die Gestaltung des Gemeinwesens und der Wille Probleme zu sehen und gemeinsam zu lösen sind unverzichtbare Voraussetzungen für ein demokratisches Zusammenleben und für die Vermeidung von Gewalt.

Eine enge Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule in diesem Projekt ermöglicht es, dass die jungen Bürger erreicht werden, um ihnen Sinn und Nutzen bürgerschaftlicher Betätigung zu verdeutlichen.

Das JRK-Projekt „SoKo – soziale Kompetenz in der Schule erwerben“ greift diesen Gedanken auf und will möglichst viele SchülerInnen aller Schulformen an dieses Engagement und die Übernahme von Verantwortung heranführen. Damit werden auch junge Menschen aus bildungsfernen Schichten und mit Migrationsgeschichte ins Auge gefasst, um nicht nur soziale, sondern auch kulturelle Schranken abzubauen.

Gelingen soll dies durch den 60-stündigen freiwilligen Einsatz der jungen Menschen im 7., 8., oder 9. Schuljahr in einer sozialen Einrichtung im Stadtteil (bspw. Kindertagesstätten, Familienzentrum, Altentagesstätte, Behinderteneinrichtung u.ä.) an einem Nachmittag in der Woche. Ebenfalls in Betracht kommen aber auch Besuchs-, Vorlese-, und Einkaufsdienste, Friedhofsbegleitung und die Begleitung zum Arzt oder zu Ämtern, aber auch Babysitter - Dienste und Kinderbetreuung bei Hilfsbedürftigen Menschen aus der Nachbarschaft.

Die jungen Menschen erhalten eine informelle Einführung in ihrer Schule und eine Projektmappe. In dieser befindet sich ein Anschreiben des DRK´s, welche das Projekt beschreibt und Ansprechpartner benennt. Ebenso befindet sich dort ein Formular über den Stundennachweis, sowie einige statistische Fragen, die Aufschluss über die Rahmen-bedingungen geben sollen. Betreut werden sie für die Dauer des Projektes von erwachsenen Freiwilligen. Die Jugendlichen sind während ihres Einsatzes über das DRK versichert.

Das 60 stündige Engagement der Schüler/innen wird vom DRK zertifiziert und in einer Feierstunde in der Schule überreicht. Zu der Feier werden die lokale Presse und Vertreter/innen der Stadt geladen.

Ein anderes Beispiel für soziales Engagement: Nachwuchsförderung im Sportverein

Rolle der Patinnen und Paten

Wie wir in Zukunft leben werden, ob unsere Gesellschaft zusammenhält – das hängt auch davon ab, wie Jung und Alt zusammenhalten. Das wird umso wichtiger, weil immer mehr Menschen keine eigenen Kinder und Enkel haben – oder weit von diesen entfernt wohnen.

Aber auch engagierte Mütter und Väter, die ihre Kinder auf der Schule haben oder hatten, sind eingeladen, mit zu helfen.

Das Projekt „SoKo“ setzt an dieser Stelle ein deutliches Zeichen, weil es das Miteinander der Generationen intensiv fördert. Dies nicht nur, weil die Schüler/innen sich im Rahmen der Nachbarschafthilfe um ältere Menschen kümmern, sondern weil das soziale Engagement direkt vorgelebt wird durch die Begleitung der Schüler/innen durch die Paten.

Die Paten helfen bei der Einsatzstellensuche und stellen das Gelingen des Einsatzes sicher. Indem sie für die Kinder in der individuellen Beratung, in der Einsatzstelle und in der Schule präsent sind, entlasten sie die Schulen.

Mit ihrer Lebenserfahrung begleiten sie die Jugendlichen ein Stück auf ihrem Weg „rein ins Leben“. Bei der Entwicklung der erforderlichen Stärke und des Durchhaltevermögens unterstützen sie die freiwilligen Jugendlichen in allgemeinen Fragen der Lebensbewältigung, der beruflichen Orientierung und bei Bewerbungen sowie Schulschwierigkeiten.

Ziele

Mit der Umsetzung des Projektes „SoKo“ wird die Erziehung von Menschen zur Toleranz, zur Gewaltfreiheit und zum Einsatz für den Mitmenschen angestrebt. Das Interesse an sozialen Berufen soll darüber hinaus gefördert werden. Durch Kompetenzgewinn und entsprechender Zertifizierung werden die Berufsaussichten der Schüler/innen gefördert.

Darüber hinaus entspricht das Projekt den Grundsätzen des Roten Kreuzes, insbesondere dem der Menschlichkeit, sowie einer zentralen Grundlage der Rotkreuzarbeit, der Förderung des sozialen Engagements.

Schließlich trägt die Übernahme sozialer Verantwortung von Schüler/innen zur Intensivierung des „Wir-Gefühls“ an der Schule und zur  Verbesserung des Schulklimas bei. Es erfolgt eine Verminderung des Aggressionspotentials in der Schule und im Stadtteil, indem die Verantwortung und Mitbestimmung für die Schule und deren Umfeld auf alle Beteiligten verteilt wird. Damit leistet das Projekt einen maßgeblichen Beitrag zur Gewaltprävention.

Weitere Infos

Kontakt

Dein Ansprechpartner für das Projekt „SoKo“ im Landesverband ist Maik Kühn.


Weitere Infos

Link: www.mgffi.nrw.de/generationen/wettbewerb

PDF: Flyer zum Projekt SoKo (340 KB)