Kinder- und Jugendschutz

Das Jugendrotkreuz setzt sich aktiv für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein. Unser Präventionskonzept sieht verschiedene Pfeiler vor. Hier erfährst Du, welche genau das sind.

Das Jugendrotkreuz im Landesverband Nordrhein e.V. kann mit Sicherheit als einer der Vorreiter zum Thema "Prävention sexualisierter Gewalt" innerhalb der Jugendverbandskultur angesehen werden.

Schon im Jahr 2006 haben wir ein umfassendes Präventionskonzept erarbeitet und umgesetzt. Seit diesem Tag gibt es bei uns eine eigene JRK-Schutzstelle, eine umfassende Kooperation mit der Beratungsstelle Sag´s e.V. in Langenfeld, jährlich stattfindende Basispräventionsschulungen für unsere ehrenamtlich Aktiven und einen eigenen Baustein "Der Kinder- und Jugendschutz" innerhalb der Jugendleiterausbildung.

Innerhalb der Präventionsschulungen arbeiten wir auch mit der Methodentasche "100% ICH", die als Nachfolgeprodukt unserer ersten Methodenbox "Gemeinsam stark sein" von unserer ehemaligen Bildungsreferentin Stephanie Korell und in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Köln (AJS) entstanden ist. Die Arbeit mit der Methodentasche ist  für alle Fachkräfte und ehrenamtlichen Jugendleiter_innen, die mit Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 16 Jahren zum Thema Selbstwertstärkung in 5 Kategorien (Meine Gefühle, Mein Körper, Meine Werte, Meine Grenzen und Ich brauche dich!) arbeiten wollen, geeignet. Dies stellt ein gutes Gegengewicht zur eigentlichen Schwere des Thema "Sexualisierte Gewalt" dar. Trotzdem haben Kinder und Jugendliche natürlich nicht die Aufgabe, sich selbst zu schützen: dies ist alleinige Aufgabe der Erwachsenen, denen sie anvertraut sind. Kinder und Jugendliche können aber befähigt werden, sich schneller Hilfe zu suchen, unangemessene Situationen besser einschätzen zu können und ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Dabei leistet die Arbeit mit der Methodentasche eine großartige Unterstützung, wenn sie als langfristige Gruppenbegleitung und nicht als kurzweiliges Projekt begriffen wird.

Wir hatten auch einen JRK-Ehrenkodex, der aber mit Verabschiedung der bundesweit geltenden DRK-Standards zur Prävention sexualisierter Gewalt durch eine Selbstverpflichtungserklärung zum DRK-Verhaltenskodex abgelöst wurde. Das Tolle an dem Verhaltenskodex und der Selbstverpflichtungserklärung ist, dass sie in allen DRK-Einrichtungen, Diensten und Gemeinschaften gelten. Mittlerweile arbeitet die DRK-Stabsstelle "Prävention sexualisierter Gewalt" mit Hochdruck an mehrsprachigen Fassungen, damit auch wirklich alle dem DRK Zugewandten den Inhalt erfassen und umsetzen können.

Die Selbstverpflichtungserklärung und den dazugehörigen DRK-Verhaltenskodex könnt ihr hier einsehen und runterladen. Diesen unterschreiben alle bei uns im JRK-Aktiven. Das erweiterte Führungszeugnis wird ebenfalls von allen vorgelegt, die über einen entsprechenden Kontakt zu Kindern und Jugendlichen innerhalb ihrer Tätigkeit für das JRK verfügen.

Seit dem 01.04.2014 gibt es im DRK-Landesverband eine eigene Stabsstelle "Prävention sexualisierter Gewalt". Sie ist für alle Bereiche im DRK zuständig und hat zusammen in einer Arbeitsgruppe, bestehend aus den ehrenamtlichen Gemeinschaftsleitungen und Fachkollegen der einzelnen Abteilungen im DRK-Landesverband, eine Broschüre zur Umsetzung der 8 DRK-Standards zur Prävention sexualisierter Gewalt erarbeitet.

Die DRK-Landesversammlung hat die Broschüre und die damit verbundenen Umsetzungen im Januar 2016 verabschiedet.

Seit diesem Tag ist die JRK-Schutzstelle exklusiv für Vorfälle, Fragen und Unsicherheiten zum Thema Kinder- und Jugendschutz innerhalb der JRK-Ferienfreizeiten zuständig. Die Schutzstelle ist aktuell besetzt von Helmut Püschel (JRK-Landesreferent und Referatsleiter JRK Jugendbildung/Kinder- und Jugendreisen, Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz)  und Michaela Haller  (stellvertretende Referatsleitung  JRK Jugendbildung/Kinder- und Jugendreisen, Aus-und Fortbildung, Kinder- und Jugendschutz, Öffentlichkeitsarbeit).

Für alle anderen, ehrenamtlichen Aufgabenfelder (z.B. die JRK Jugend- und Kindergruppen, Seminare, Veranstaltungen, Projekte und Schularbeit) gibt es nun gemeinschaftsübergreifend im DRK-Landesverband zwei sogenannte Vertrauenspersonen. Diese wurden von den Gemeinschaftsleitungen im DRK-Landesverband Nordrhein e.V. vorgeschlagen und führen das Amt seit Herbst 2016 aus. Für eure Fragen stehen euch die beiden Vertrauenspersonen Frau Michaela Haller (stellvertretende Referatsleitung  JRK Jugendbildung/Kinder- und Jugendreisen, Aus-und Fortbildung, Kinder- und Jugendschutz, Öffentlichkeitsarbeit im DRK-Landesverband) und Björn Claßen (Kreisbereitschaftsleiter und stellvertretender Rotkreuz-Beauftragter im DRK-Kreisverband Viersen) zur Verfügung. Mehr Informationen zu den Beiden und zur gesamten Präventionsarbeit im DRK-Landesverband Nordrhein e.V. findet ihr auf der DRK-Präventionsseite.

Alle unseren Maßnahmen sind als präventive Umsetzungen zu verstehen, damit es möglichst zu keinen Grenzverletzungen und Vorfällen sexualisierter Gewalt bei uns im Jugendverband kommt. Sollte dies aber trotzdem einmal der Fall sein, wurde innerhalb der Arbeitsgruppe  sehr lange und ausführlich ein fachlich und den DRK-Strukturen angemessenen Interventionsverfahren entwickelt.

Für alle klärungsbedürftigen Vorfälle, die nach Rücksprache mit einer externen Fachberatungsstelle einer weiteren, verbandlichen Abklärung bedürfen, gibt es im DRK-Landesverband Nordrhein e.V. einen  Interventionsbeauftragten, der gemeinschaftsübergreifend zuständig ist. Dieser stellt ein Interventionsteam zusammen (i.d.R. bestehend aus dem Disziplinarvorgesetzten/Dienstvorgesetzten, den Vertrauenspersonen, ggf. juristischer Begleitung, einer Fachberatungsstelle) und klärt den Sachverhalt. Nach sorgfältiger Überprüfung empfiehlt er dem jeweiligen Präsidium/Vorstand des Landesverbandes/Kreisverbandes, welche verbandlichen Maßnahmen (und/oder juristischen Schritte) einzuleiten sind.

Vom DRK-Präsidium im Landesverband Nordrhein e.V. wurde Herr Carsten Müntjes (Mitglied des Präsidiums) zum Interventionsbeauftragten ernannt.

Alle unsere Maßnahmen können und sollen keine falsche Sicherheit herstellen. Zahlen und Fakten sprechen eine andere Sprache, Jugendverbände sind leider eines der größten Tatumfelder für sexualisierte Gewalterfahrungen. Aber: Wir möchten sicherstellen, dass wir als ernstzunehmender Gegner für potenzielle Täter und Täterinnen gelten, damit wir unser Ziel erreichen, Kindern und Jugendlichen eine Umgebung zu geben, in der sie sich wohl und sicher fühlen können.

Beschluss des JRK-Landesausschuss im November 2015

Die JRK-Landesversammlung stimmt einer Änderung der JRK-Ordnung für den Landesverband Nordrhein e.V. zu. Darin wird ein Passus zu Schutzmaßnahmen vor sexualisierter Gewalt aufgenommen. Der Wortlaut des Passus orientiert sich an der Formulierung, welche ebenfalls in den Ordnungen der Bereitschaften, der Wasserwacht und der Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit getroffen wurden.

 

Nach § 24 wird neu eingefügt:

 

Schutzmaßnahmen

 

§ 24a Zum Schutz der Aktiven und der Adressaten der DRK-Aufgaben vor sexualisierter Gewalt setzt das Jugendrotkreuz die verbandsinternen „Standards zur Prävention und Intervention von und bei sexualisierter Gewalt in den Gemeinschaften, Einrichtungen, Angeboten und Diensten des DRK für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung" in ihrer jeweils gültigen Form um.

 

Die Umsetzung der DRK-Standards zur Prävention sexualisierter Gewalt erfolgt anhand der beschriebenen Umsetzungswege der „Handlungsempfehlung zur Umsetzung der DRK-Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Gemeinschaften" (Handlungsempfehlung). Die Handlungsempfehlung in der jeweils aktuellen Fassung ist als Anlage verbindlicher Teil dieser Ordnung.

 

§ 24b Im Sinne der Handlungsempfehlung wird bei Verfehlungen das Interventionsverfahren, das in der Handlungsempfehlung unter dem Punkt Standard Nummer 8 (Verfahrensweise bei sexualisierter Gewalt) beschrieben ist, eingeleitet. Dies Interventionsverfahren löst - soweit vorhanden - andere disziplinarrechtliche Verfahren ab und gilt vorrangig.

 

 

 

 

Die JRK-Landesversammlung empfiehlt der DRK-Landesversammlung; die Handlungsempfehlung als Anlage zur JRK Ordnung im Landesverband Nordrhein aufzunehmen und gemäß § 19 Abs. 1 der Landessatzung für verbindlich zu erklären.

 

 

 

Die Berichtigung etwaiger Schreib- oder Übertragungsfehler redaktioneller Art in der Handlungsempfehlung sind – sofern sie keine inhaltlichen Auswirkungen haben – möglich.

 

 

 

 

 

Die JRK Schutzstelle und die DRK-Vertrauenspersonen

Kontakt JRK-Schutzstelle

für Fragen, Unsicherheiten, Vorfälle innerhalb des JRK-Ferienfreizeitenangebots:

 

Michaela Haller und Helmut Püschel.


Kontakt DRK-Vertrauenspersonen

für Fragen, Unsicherheiten, Vorfälle innerhalb des JRK-Gemeinschaftsalltags

Michaela Haller und Björn Claßen