Philosophie

Sich gemeinsam mit Gleichaltrigen sozial engagieren: Wer das will, ist beim Jugendrotkreuz an der richtigen Stelle. Foto: Sebastian Rosenberg

Ob Schulsanitätsdienst, soziales Engagement in der Gruppenstunde, Hausaufgabenhilfe oder Streitschlichtung: Wer sich im Jugendrotkreuz engagiert, möchte anderen Menschen helfen.

Im Zeichen der Menschlichkeit, dem obersten der sieben Rotkreuz-Grundsätzen, setzen wir uns für die Gesundheit, das Wohlergehen, den Schutz, das friedliche Zusammenleben und die Würde aller Menschen ein. Wir sind Teil der weltweiten Gemeinschaft von Menschen in der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, die Opfern von Konflikten und Katastrophen sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen hilft, allein nach dem Maß ihrer Not.

Jugendrotkreuzler/-innen sind in folgenden Bereichen aktiv:

  • Gesundheit und Erste Hilfe
  • Friedens- und Konfliktkultur
  • Interkulturelle und internationale Arbeit
  • Soziales Engagement
  • Politische Mitverantwortung


Wie wir diese Ziele erreichen wollen, haben in unseren Leitsätzen festgehalten. Eine zentrale Rolle für unser Selbstverständnis spielt derzeit das Thema „Vielfalt im Jugendrotkreuz“.


Unsere Vielfalt – unsere Stärke!

Im Jugendrotkreuz kann jeder mitmachen. Um auf die unterschiedlichen Interessen, Bedürfnisse und Erfahrungen unserer Mitglieder noch besser eingehen zu können, setzen wir uns für die Stärkung der Vielfalt im Jugendrotkreuz ein.

Unser Ziel ist es, im Jugendrotkreuz eine Kultur des bewussten, wertschätzenden Umgangs mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu schaffen. Dadurch wollen wir die unterschiedlichen Bedürfnisse, Interessen, Erfahrungen und Ansprüche unserer Mitglieder angemessen berücksichtigen und individuelle Chancengleichheit schaffen.

Mit individuellen Selbstverpflichtungen unserer Mitglieder und der Gremien auf allen Verbandsebenen wollen wir die Vielfalt im JRK stärken. Denn nur wenn viele kleine Schritte gehen, wird sich langfristig die Kultur der Wertschätzung (weiter-)entwickeln. Neben den gängigen Dimensionen von Vielfalts-Ansätzen wie Alter, biologisches und soziales Geschlecht, körperliche und geistige Fähigkeiten, sexuelle Orientierung, ethnisch-kulturelle Prägung und Religion/ Weltanschauung, wollen wir dabei bewusst auch JRK-spezifische Kriterien berücksichtigen, beispielsweise die Dauer der Mitgliedschaft im Jugendrotkreuz, Funktion im Jugendrotkreuz, Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit, Organisationsform und Größe des Landesverbandes.

Kontakt

Noch Fragen? Helmut Püschel hilft gerne weiter.

Weiter Infos
PDF: Rahmenstrategie "Vielfalt"


Vision des Deutschen Jugendrotkreuzes

  1. Das Jugendrotkreuz ist ein Jugendverband! – Aus diesem Selbstverständnis heraus arbeiten wir nicht für, sondern mit Kindern und Jugendlichen – das ist für uns ein großer Unterschied! Kinder und Jugendliche nehmen nicht nur an den Angeboten teil, sondern sind auch aktiv in die Strukturen und Prozesse eingebunden. Auf die eigenständige Marke „Jugendrotkreuz“ sind wir dabei stolz, sie stiftet Identität und hält den Jugendverband zusammen!
  2. Das Jugendrotkreuz ist Rotkreuzgemeinschaft! – Wir bieten allen Kindern und Jugendlichen im Roten Kreuz eine Heimat. Dazu arbeiten wir mit allen Rotkreuzgemeinschaften partnerschaftlich zusammen und unterstützen damit maßgeblich die Nachwuchsarbeit im Deutschen Roten Kreuz. Darüber hinaus verstehen wir uns als Anwalt für alle Kinder und Jugendliche.
  3. Das Jugendrotkreuz ist Motor! – Innerhalb des DRK übernehmen wir Verantwortung, wir engagieren uns und bringen uns in alle Themen und Aufgabenfelder des Roten Kreuzes aktiv ein. Durch kritisch-konstruktive Mitarbeit bereichern wir die Präsidien und andere Gremien sämtlicher Verbandsgliederungen. Wir stehen damit für den Erfolg des gesamten DRK ein und sind das junge Gesicht des DRK!
  4. Das Jugendrotkreuz macht Bildung! – Wir lassen die Kinder und Jugendliche daran nicht nur als Empfänger, sondern auch als Gestalter teilhaben. Wir bieten Orientierung und vermitteln die Werte der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Damit prägen wir junge Menschen nachhaltig. Unsere Bildungsarbeit ist bunt, multimethodisch und macht Spaß!
  5. Das Jugendrotkreuz übernimmt Verantwortung für andere! – Wir sind aktiver Teil der Gesellschaft, erkennen deren aktuelle und zukünftige Bedarfe und gestalten selbstbewusst mit.
  6. Vielfalt ist großartig! – Wir sind uns der Individualität von Menschen bewusst und begreifen diese als Chance für unser Miteinander. Deshalb sprechen wir alle Kinder und Jugendlichen an. Insbesondere die interkulturelle Öffnung ist uns in diesem Zusammenhang eine Herzensangelegenheit.
  7. Das Jugendrotkreuz ist in den Lebensräumen von Kindern und Jugendlichen! – Wir engagieren uns daher gleichermaßen in der JRK-Schularbeit sowie in der außerschulischen Jugendverbandsarbeit. Wir tun das Eine, ohne das Andere zu lassen! Als Partner von Schulen stellen wir allen Schülerinnen und Schülern JRK-Angebote zur Verfügung und tragen damit den Rotkreuzgedanken in die Schulen.
  8. Das Jugendrotkreuz bietet Lernfelder! – Als lernende Organisation fördern wir die Weiterentwicklung jedes Einzelnen des Jugendrotkreuzes sowie des Gesamtverbandes und ein faires, offenes Miteinander! Wir achten einander und aufeinander! Auch Fehler gehören für uns dazu! Damit gehen wir souverän und kritisch um und bieten unseren Mitgliedern damit eine Kultur, in der sie selber auch Fehler machen dürfen.
  9. Ehren- und Hauptamt – Hand in Hand! Das Jugendrotkreuz ist ehrenamtlich geprägt, bedarf aber hauptamtlicher Unterstützung – organisatorisch und vor allem pädagogisch. Der Umgang zwischen Ehren- und Hauptamt ist geprägt von einem partnerschaftlichen Miteinander und einer gemeinsamen Identifikation für die Ziele und Inhalte der JRK-Arbeit.
  10. Das Jugendrotkreuz erfährt Unterstützung! – Wir haben viel zu bieten und sind wertvoller Teil des Deutschen Roten Kreuzes. Dafür sind gute Bedingungen vorhanden. Diese erhalten wir neben der öffentlichen Hand von den DRK-Verbänden infrastrukturell und finanziell. Die im Jahr 2000 vom DRK-Präsidium beschlossenen Mindeststandards der Jugendrotkreuzarbeit sind selbstverständliche Grundlage unserer Arbeit.

JRK-Bundeskonferenz im September 2013


Geschichte des Jugendrotkreuzes

Jugendrotkreuzarbeit findet in den Anfangsjahren in der Schule statt. Foto: JRK-Bildarchiv

Am 27. Mai 1925 wurde das Jugendrotkreuz in Berlin gegründet. Auch über 80 Jahre später sind die Gründungsideen – Völkerverständigung, Hilfe für andere Menschen und Gesundheit – noch aktuell und bestimmen die Arbeit des Jugendverbandes des Deutschen Roten Kreuzes.

1914
Der Erste Weltkrieg hält die Welt in Atem. In Kanada, den USA und Australien beteiligen sich Schulklassen an der Rotkreuzarbeit. Sie unterstützen Krankenhäuser und Soldaten, indem sie chirurgisches Material, Möbel oder Geschenke anfertigen. 

27. Mai 1925
Der Hauptvorstand des Deutschen Roten Kreuzes gründet das Deutsche Jugendrotkreuz (DJRK). Vorbild ist das Jugendrotkreuz in den USA: Durch die Hilfssendungen und Briefe amerikanischer Jugendrotkreuzler an hungernde Kinder in Europa ist der JRK-Gedanke nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland bekannt geworden. 

20er Jahre
Jugendrotkreuzarbeit findet in der Schule statt. Im Mittelpunkt steht das Leitmotiv „Ich diene“ mit den Zielen: Dienst an der Gesundheit, Dienst am Nächsten, Dienst für die Völkerverständigung. Ganze Schulklassen betreuen behinderte Kinder und ältere Menschen, helfen in Krankenhäusern mit, bauen Waschräume, Schulgärten und Spielplätze oder schicken Briefe und Päckchen an Kinder in anderen Ländern.

1926
Im Januar 1926 erscheint die erste gesamtdeutsche JRK-Zeitschrift „Deutsche Jugend – Zeitschrift für das Jugendrotkreuz“, die als beste deutsche Kinder- und Jugendzeitschrift dieser Zeit gilt. 

30er Jahre
Als Adolf Hitler an die Macht kommt, nimmt der Aufschwung des Jugendrotkreuzes ein jähes Ende. Das JRK wird von der Hitlerjugend aus den Schulen verdrängt und auf den Schulbriefwechsel reduziert. Es existiert während der Nazi-Zeit faktisch nicht. 

1936
Die Zeitschrift „Deutsche Jugend“ wird von den Nationalsozialisten verboten.

Erste-Hilfe-Übung der Jungen Sanitäter in der DDR. Foto: JRK-Bildarchiv

ab 1947
In Bayern, Hessen, Baden, Württemberg, Bremen und Berlin wird das Jugendrotkreuz wieder ins Leben gerufen. Bundesweit erfolgt der Wiederaufbau im Jahr 1950 mit der Einrichtung einer JRK-Abteilung im neu gegründeten Generalsekretariat in Bonn.

In Westdeutschland entwickelt sich das Jugendrotkreuz zunehmend zu einem außerschulischen Jugendverband mit Gruppenstunden, Ferienfreizeiten und Erste-Hilfe-Wettbewerben. In der DDR ist es mit den „Jungen Sanitäter“ und „Jungen Gesundheitshelfer“ dagegen nach wie vor sehr aktiv in den Schulen. 

1952
In der Bundesrepublik erscheint die bundesweite Zeitschrift „Jugendrotkreuz und Erzieher“.

60er/70er Jahre
In der Zeit der Friedens- und Studentenbewegung setzen sich Jugendrotkreuzler kritisch mit ihrem Verband auseinander und entwickeln neue Ziele. Die Teilnehmer/-innen des Bundestreffens 1971 setzen sie sich verstärkt für politische Bildungsarbeit ein. 

Oktober 1974
Nach hitzigen Auseinandersetzungen verabschiedet das DRK-Präsidium und der Präsidialrat eine neue Ordnung des Jugendrotkreuzes mit folgenden Zielen:

  • soziales Engagement
  • Einsatz für die Gesundheit
  • Bemühen um Frieden und Völkerverständigung
  • politische Verantwortung


70er/80er Jahre
Durch verschiedene Schul- und Bildungsreformen wird die Arbeit des Jugendrotkreuzes in West-Deutschland in den Schulen immer schwieriger. Schularbeit tritt hier mehr und mehr in den Hintergrund und das Jugendrotkreuz wird zu einem klassischen, außerschulischen Jugendverband. 

1991
Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wachsen die 5 östlichen und 14 westlichen Landesverbände des Jugendrotkreuzes zusammen.

1996
Unter dem Motto „Farbe bekennen – Menschlichkeit zeigen“ setzt sich das DJRK dafür ein, behinderte Kinder stärker als bisher in das Verbandsleben zu integrieren.

Eine Mitgliederumfrage zeigt, dass zwischen den Landesverbänden große Unterschiede bestehen: Während es in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen nur zwischen 300 und 500 Jugendrotkreuzler gibt, haben die großen Landesverbände wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein zwischen 5 000 und 15 000 aktive Mitglieder.

1997
Das DJRK setzt sich mit Kinderrechten und der Mitbestimmung von Kindern auseinander und befragt 700 Jugendrotkreuzler zur Situation von Kindern im JRK. Die Umfrage macht deutlich, dass es in Sachen Kinderpartizipation noch viel zu tun gibt. Ein Ergebnis der Aktion ist die Arbeitshilfe „Neue Wege gehen – mitreden – mitentscheiden – mithandeln“. Außerdem wird das Netz der Kinderbotschafter weiter ausgebaut.

1999
Die Kampagne „Kindersoldaten – Youth must act“ startet. Das DJRK setzt sich für Kindersoldaten weltweit ein. Es fordert zusammen mit anderen Organisationen ein Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, das das Mindestalter für Soldaten auf 18 Jahre festlegt. Das Zusatzprotokoll wird 2000 verabschiedet: Es verbietet die Zwangsrekrutierung und die Teilnahme von Jugendlichen unter 18 an bewaffneten Konflikten.

2001
Die Bundesgeschäftsstelle (DRK-Generalsekretariat) zieht von Bonn nach Berlin. Mit der Kampagne „Bleib‘ COOL ohne Gewalt!“ setzt sich das DJRK mit der zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen auseinander. Ziel ist es, Jugendrotkreuzlern und einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass man Streit ohne Gewalt und Konflikte produktiv lösen kann. Das DJRK beginnt mit dem Aufbau eines Streitschlichternetzes.

2002
Im Juli findet das 13. Internationale Erste-Hilfe-Turnier in Stuttgart statt. Über 600 Jugendrotkreuzler treffen sich dort vier Tage lang unter dem Motto „KEEP COOL – STOP VIOLENCE!“ und wetteiferten um Punkte und Lorbeeren.

2004
Mit der bundesweiten Kampagne „ARMUT: Schau nicht weg!“ (2004 – 2007) setzen sich Jugendrotkreuzler/-innen für arme Kinder und Jugendliche in Deutschland ein.

Mit Aktionstagen, Film- und Theatervorführungen oder Straßenständen machen sie auf das Problem der Kinderarmut aufmerksam. Sie kommen mit Politikern ins Gespräch, um so eine langfristige Verbesserung der Situation zu erreichen, und organisieren Aktionen, mit denen die Benachteiligung armer Kinder reduziert werden kann. Mit Aktionen zur Konsumerziehung und Schuldenprävention hinterfragen Jugendrotkreuzler ihren eigenen Umgang mit Geld und Konsum.

Startschuss der Kampagne „Deine Stärken“, die erstmals von JRKler/-innen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz organisiert wird. Foto: Axel Beck

2007
An Pfingsten findet das fünfte JRK-Supercamp statt, bei dem sich über 1000 JRKler/-innen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz in Baden-Württemberg treffen, um gemeinsam Rotkreuz-Spirit zu erleben, zu feiern, Freunde zu finden und in vielen Workshops neue Erfahrungen zu sammeln.

Beim Supercamp fällt auch der Startschuss für die grenzüberschreitenden Kampagne „Deine Stärken. Deine Zukunft. Ohne Druck!”, die den wachsenden gesellschaftlichen Druck auf Kinder und Jugendliche zum Thema hat. Mit der Kampagne setzen sich JRKler/-innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Luxemburg dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mehr Möglichkeiten erhalten, ohne Druck ihre Stärken zu entdecken, ihre Fähigkeiten zu testen und Herausforderungen zu meistern.

Weitere Infos

Über den Gründer des Roten Kreuzes Henry Dunant (PDF, 13 KG)