2005 – 2007: Armut: Schau nicht weg!

„Armut: Schau nicht weg!“ – so lautete unser Jahrethema für die Jahre 2005 und 2006, angelehnt an die gleichnamige bundesweite JRK-Kampagne.

Früher erkannte man arme Kinder in Deutschland auf den ersten Blick: dünn, schmutzige und zerrissene Kleidung, keine Schuhe an den Füßen und blasse Haut. Und heute?

Heute ist Armut unsichtbarer. Man sieht sie nicht auf den ersten Blick und die Öffentlichkeit spricht nicht gerne darüber. Und noch weniger sprechen die betroffenen Kinder und Jugendlichen darüber.

Das Jugendrotkreuz hatte sich u. a. deshalb entschlossen, eine Kampagne zum Thema Kinder- und Jugendarmut in Deutschland zu starten. Als Vertreter von über 7.000 Kindern und Jugendlichen im Bereich unseres Landesverbandes sind wir im Zeichen der Menschlichkeit gefordert, nicht wegzusehen und Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen. In unserer Ordnung ist festgeschrieben, dass soziales Engagement und politische Mitverantwortung zu den herausragenden Zielen des Jugendrotkreuzes gehören. Aus diesem Grunde luden wir alle JRK-Mitglieder ein, mit uns gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen in unserem Land zu erarbeiten.

Prominente Stimmen zur Kampagne „ARMUT: SCHAU NICHT WEG!“

„Das Jugendrotkreuz analysiert zu Recht, was Armut bei Kindern und Jugendlichen bedeutet: weniger Normalität im Leben, weniger Chancen in der Schule, weniger Spaß und weniger Freunde und eine größere Anfälligkeit, was die Gesundheit anbetrifft. Dies ist der Ausgangspunkt der Kampagne, und hier will das Jugendrotkreuz aufmerksam machen, sensibilisieren, helfen und politische Veränderungen fordern. Ich finde aber auch sehr gut die Aktionen zur Konsumerziehung und Schuldenprävention, wie auch den Aufbau von Sprachpartnerschaften für Menschen, die in unser Land kommen. Ich will diese Kampagne gerne nach Kräften unterstützen.“
DRK Präsident Rudolf Seiters

„Armut in Deutschland erkennt man nicht auf den ersten Blick. Manchmal bemerkt man sie bei Kindern beispielsweise nur an coolen Sprüchen, nicht unbedingt an der Kleidung. Armut und die desolate Situation zu Hause fallen erst auf, wenn man genauer hinsieht.
Statistiken beweisen, dass arme Kinder schlechtere Chancen in der Schule haben als wohlhabende. Ihnen müssen wir Zukunftschancen und Lebensperspektiven bieten, damit sie eine Möglichkeit bekommen, aus ihrer unverschuldeten Armut herauszukommen.“
Jette Joop, Designerin

„Bei Armut denke ich zunächst einmal natürlich an die fehlende Möglichkeit, ordentlich zu essen, oder an fehlende hygienische Mindestanforderungen. Aber Armut bedeutet für mich auch, vor allem bei Jugendlichen, dass man weniger Optionen für die Zukunft hat. Da sehe ich ein großes Problem.
 In Deutschland fällt einem Armut nicht gleich auf den ersten Blick auf, finde ich. Hier siehst du keine armen Kinder auf der Straße. Wenn du jemandem sagst, dass es auch in Deutschland viele arme Menschen gibt, dann glaubt dir niemand. Aber es gibt sie und dagegen muss man was tun.“
Paul van Dyk, DJ

„Wir finden es nicht gerecht, wenn in unserer Gesellschaft Kinder und Jugendliche leiden müssen, weil sie aus armen Verhältnissen kommen. Dafür können sie doch nichts. Kinder haben eine glückliche Kindheit verdient. Es kann nicht sein, dass sie ausgegrenzt werden, weil sie keine Markenklamotten haben, sich kein Busticket für die Fahrt zu ihren Freunden leisten können oder nicht zur Geburtstagsfeier dürfen, weil kein Geld für ein Geschenk da ist. Dagegen müssen wir alle etwas tun. Auch wir wollen das Jugendrotkreuz dabei unterstützen, diesen Kids zu helfen.“
Die 3. Generation, Musiker

10.09.2005: JRK-Challenge-Lauf und Aktionstag „Boxenstopp“

Endlich am Ziel nach einem anstrengenden Lauf
Vielfältige musikalische Beiträge sorgten für einen unterhaltsamen Aktionstag. Foto: Axel Beck

Hast du kein Geld mehr?
Hat man dir auch noch das Handy abgenommen und die Kreditkarte?
Kein Auto, kein Moped, kein Fahrrad! Ist dir etwa etwas mulmig und flau im Magen?
Ausgesetzt irgendwo zwischen Braunkohlerevier und Rübenacker?!  
Dann bist du am Start für das Rennen deines Lebens! 

 Suche und finde den Weg nach Bad Münstereifel zum großen Aktionstag des JRK gegen ARMUT in Deutschland. Begebe dich auf die Reise und spüre, wie es ist, sich ohne die gewohnten Annehmlichkeiten durchzuschlagen. Das wird nicht so einfach sein, denn der Weg ist lang und voller Tücken. Aber du bist nicht allein! Mindestens 5 Freunde werden dich begleiten und es winkt letztendlich am Ziel der verdiente Lohn:

  • Essen? – selbstverständlich!
  • Kultur? – na klar!
  • Ruhm und Ehre? – na logo!
  • Bildung? – auch die gibts kostenlos
  • Fun und Action? – hast du dir verdient!
  • Und Freundschaft? – die kann man nicht kaufen, aber sicherlich gewinnen!

Wir sind mittlerweile auf halber Strecke mit unserer Kampagne "Armut – Schau nicht weg" angekommen. Du hast eine anstrengende Strecke beim Rennen Deines Lebens zurückgelegt, oder Dir gehen vielleicht die Ideen und Schwung für neue Aktionen im Kreisverband aus, oder Du willst einfach kurz eine Verschnaufpause einlegen und sehen, was du erreicht hast.

Um aufzutanken, Pause einzulegen, ev. kleine Reparaturen vorzunehmen, den Kurs notfalls zu korrigieren, werden wir am 10.9.2005 im Haus des Jugendrotkreuzes in Bad Münstereifel euch ab 14.00 Uhr zum BOXENSTOPP einladen!

  • Creative Styling Shop – entwirf dein trendy Outfit ohne Kohle
  • Move your body – Bewegung und Musik anstatt abzuhängen
  • Action and Adventure – im freien Fall und handgemacht
  • Road Safety Car – Infos und Tipps zur Sicherheit
  • "Ich sehe was, was du nicht siehst" – die große Fotoausstellung zur Kinder- und Jugendarmut
  • Heimstraße – das Theater des JRK Nordrhein
  • Mehr als Brot und Spiele – live Bands und großes Bühnenprogramm

Dies und vieles mehr erwartet euch bei unserem Boxenstopp! Macht mit und erlebt einen spannenden Tag in Bad Münstereifel, auf dass dieser wieder zu einem so großen Event wird wie unser "JRK-Friends-Day" vor drei Jahren ...!