2012 – 2014: Klimawandel

Hunger durch Dürre – eine der Folgen des weltweiten Klimawandels. Foto: IFRC

Klimahelfer. Änder’ was, bevor’s das Klima tut.

Das Jahr 2010 war seit Beginn der Temperaturauf­zeichnungen bislang das wärmste im weltweiten Durchschnitt. Zugleich ist der Ausstoß von Treibhaus­gasen so stark gestiegen wie noch nie, und zwar um satte 70 Prozent seit 1970. Es gibt schon etliche Initiativen, die zum Engagement für den Klimaschutz aufrufen. Aber wir brauchen auch Lösungen zur Klimaanpassung und müssen uns fragen, wie der Klimawandel unseren Alltag betrifft.

Das Jugendrotkreuz will mit der Kampagne zu mehr Engagement aufrufen und zeigen, wie sich die Klimaveränderungen bei uns und in anderen Ländern auf die Menschen auswirken. Der Fokus liegt auf Klimaanpassung:

  • Wer ist besonders betroffen?
  • Wie können wir uns anpassen und vor extremen Wetterlagen schützen?
  • Wie können wir Menschen helfen, die viel schlimmer betroffen sind?


Das sind nur ein paar Fragen, auf die die Kampagne antworten möchte. Geht es um Klimaanpassung, dürfen wir den Klimaschutz nicht vergessen. Das ist ein weiteres wichtiges Thema, das wir im Verband umsetzen wollen. Denn eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist nur sinnvoll, wenn wir gleichzeitig auch dessen Ursachen bekämpfen. In der Kampagne geht es um fünf Themen:

  • Gesundheit
  • Bevölkerungsschutz
  • Bildung
  • Klimabedingte Migration
  • Klimaschutz


Zu jedem Schwerpunkt hat das Jugendrotkreuz Forderungen erarbeitet, mit denen es in der Öffentlichkeit klare Zeichen setzen möchte:

  • Bessere Bildung zum Thema Klimawandel.
  • Mehr Schattenplätze durch Bäume und mehr öffentliche Trinkbrunnen zum Schutz unserer Gesundheit.
  • Bessere Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf extreme Wetterereignisse.
  • Gesetze zur Aufnahme von Klimaflüchtlingen.
  • Vom Deutschen Roten Kreuz die Umsetzung von Klimaschutzrichtlinien und die aktive Beteiligung am Klimaschutz.


Die JRK-Kampagne „Klimahelfer. Änder’ was, bevor’s das Klima tut“ läuft seit Mai 2012 noch bis September 2014. In diesem Zeitraum gibt es unterschiedliche Kampagnenaktionen und -projekte. Ob Baumpflanzungen, Spendenprojekte, Workshops, Aktionstage, Wettbewerbe oder Gruppenstunden – für jeden ist etwas dabei! 

Aktuell: Online-Petition für Klima-Flüchtlinge

Steigender Meeresspiegel, schwere Überschwemmungen oder lang anhaltende Dürren bedrohen vor allem jene Menschen in den armen Ländern, die selbst kaum oder gar nicht zum Klimawandel beitragen. Durch plötzliche Unwetter ist ihr Leben nicht nur direkt in Gefahr. Die Lebensgrundlagen sind generell bedroht, z. B. wenn es wegen schleichender Klimaveränderungen kein sauberes Trinkwasser mehr gibt. Darüber hinaus können Hunderte Millionen Menschen in Küstengebieten oder auf flachen Inseln durch den Meeresspiegelanstieg ihr Land dauerhaft verlieren. Können sich die Menschen nicht mehr an die Klimafolgen anpassen, bleiben ihnen oft nur Flucht und Migration. Für sie gibt es jedoch bislang keinen internationalen Schutz, wenn sie Grenzen überschreiten.

Eine im Frühjahr 2014 gestartete Online-Petition ruft die Bundesregierung auf, den Menschen, die aufgrund des Klimawandels flüchten müssen, Aufnahmeperspektiven zu bieten. Wenn die erforderlichen 50.000 Stimmen zusammen kommen, muss sich der Deutsche Bundestag mit dem Anliegen beschäftigen. Daher unterstütze auch DU die Petition.

Materialien & Infos

Alle Materialien und weitere Informationen zur Kampagne bekommt ihr vom Landesverband oder online auf www.mein-jrk.de/klimahelfer

Was bisher geschah…

Seit Anfang 2012 haben in Nordrhein viele verschiedene Aktionen im Rahmen der Klimakampagne stattgefunden. Hier findet ihr eine kleine Zusammenfassung über das, was bislang passiert ist:

Klimahelfer für Malaysia – Aktion zum Klimaschutz

4000 Mangrovenbäume haben unsere Freunde vom Malaysischen Roten Halbmond im April 2013 gepflanzt, um ihre Küstengebiete vor Überschwemmungen zu schützen, die aufgrund des Klimawandels auftreten. Durch das großartige Engagement vieler Nordrheiner Jugendrotkreuzler konnten im Rahmen der Aktion „Klimahelfer für Malaysia“ bislang über 300 Mangrovenbäume gespendet werden.

Aktionstag des JRK für ein besseres Klima in Bonn

Am 16.06.2013 veranstaltete das Jugendrotkreuz Nordrhein in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband und dem Kreisverband Bonn auf dem Bonner Marktplatz einen Klimaaktionstag mit dem Schwerpunkt „Klimawandel und Gesundheit“. Neben einem bunten Bühnenprogramm, sorgten originelle Aktionen und unterhaltsame Workshops für einen spannenden und informativen Tag für Groß und Klein. 

Unter dem Motto „Bäume für Bonn“ wurden während des Aktionstages im Rahmen verschiedener Angebote Spenden gesammelt, um auf dem Gelände der Bonner Kindertagesstätte Weidenweg, Bäume als Schattenspender an heißen Sommertagen zu pflanzen. Aktuell werden die passenden Bäume ausgesucht, damit sie noch im Herbst diesen Jahres gepflanzt werden können. Darüber halten wir euch natürlich weiter auf dem Laufenden!

JRK Klima-Adventure-Camp 

Das erste JRK Klima-Adventure-Camp sollte im Sommer 2013 im Nationalpark Vogelsang in der Eifel stattfinden. Neben der Pflanzung einer Rotbuchenhecke und einer Ranger-Tour durch den Nationalpark stand vor allem die Entwicklung eines Klimapfades auf dem Programm. Aufgrund zu weniger Anmeldungen, musste das Camp jedoch leider auf den nächsten Sommer verschoben werden. Über den genauen Termin halten wir euch natürlich auch auf dem Laufenden!

Bevölkerungsschutz

Wusstet ihr, dass bei einem Meeresspiegelanstieg von nur einem Meter 88% der Fläche Bremens und 30% der Fläche Hamburgs von Überschwemmungen betroffen wären? Und wusstet ihr, dass sich die Schäden durch das Elbhochwasser im Jahr 2002 auf etwa 10 Milliarden, im Jahr 2013 auf etwa 7 Milliarden Euro beliefen? Allein in Sachsen starben im Jahr 2002 21 Menschen aufgrund der verheerenden Folgen des Hochwassers (JRK Klimajournal).

Diese und andere Zahlen verdeutlichen uns immer mehr, mit welchen Auswirkungen des Klimawandels wir es in Zukunft in der Bundesrepublik Deutschland möglicherweise zu tun haben werden.

Der Schutz der Bevölkerung in Katastrophenfällen, wie er beispielsweise bei den schweren Hochwassern im Jahr 2013 im Süden und Osten der BRD nötig war, ist eine der Hauptaufgaben des Roten Kreuzes. Deswegen befasst sich das Deutsche Jugendrotkreuz im Rahmen der Klimakampagne aktuell mit dem Thema Bevölkerungsschutz und stellt folgende Forderung auf:
Wir fordern von der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik Programme zur Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf extreme Wettereignisse. Die Programme müssen vor allem in Kindergärten und Schulen umgesetzt werden.

In diesem Zusammenhang rufen wir Schüler und Schülerinnen ab dem 13.10.2013 dazu auf, ihre Schulen anhand eines Fragebogens auf Katastrophensicherheit zu überprüfen. Ziel ist es, durch das Aufdecken möglicher Mängel eventuelle Risiken und Gefahren im Falle einer Katastrophe zu verhindern. Den Fragenbogen für den Schulcheck und weitere Infos zum Thema Bevölkerungsschutz findet ihr hier: Leitfaden_Bevoelkerungsschutz (PDF)

Neben der Anpassung an neue Aufgaben für den Bevölkerungsschutz, die im Zuge des Klimawandels auf uns zukommen, bleibt aber auch der aktive Klimaschutz ein wichtiger Inhalt der Kampagne. Denn nur durch den Schutz unserer Umwelt, können wir in Zukunft Schlimmeres verhindern.