Bericht: Grundlagenlehrgang Notfalldarstellung - Ein Wochenende voller Blut, Schminke und Schauspiel
Am vergangenen Wochenende drehte sich beim Grundlehrgang Notfalldarstellung alles darum, Verletzungen und Erkrankungen möglichst realistisch darzustellen. Was auf den ersten Blick dramatisch aussah, war in Wirklichkeit jede Menge Übung, Kreativität und vor allem Spaß.
Los ging es am Freitagabend mit dem gemeinsamen Abendessen, der Begrüßung und einer Vorstellungsrunde. Anschließend gab es einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Notfalldarstellung sowie wichtige Informationen zur Sicherheit am Set. Damit war die Grundlage für ein spannendes Wochenende gelegt.
Der Samstag startete nach dem Frühstück mit der Materialvorstellung. Danach wurde es praktisch: Schnittwunden, Risswunden, Platzwunden, Hämatome sowie Knochen- und Gelenkverletzungen wurden geschminkt und realistisch dargestellt. Nach der Mittagspause stand ein Volumenmangelschock auf dem Programm, bevor es hieß: „Alles nur Theater!“. Denn neben einer überzeugenden Wunde gehört auch das passende Schauspiel dazu. Ob Schmerzen, Gehirnerschütterung, Bewusstlosigkeit oder akuter Bauch – die Teilnehmenden lernten, ihre Rollen glaubwürdig darzustellen. Am Abend kamen weitere Verletzungsmuster wie Schürfwunden, Fremdkörperverletzungen und Nasenbluten hinzu. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war kaum noch zu erkennen, wer wirklich unverletzt war.
Am Sonntag wurde das Erlernte weiter vertieft. Fingerkuppenverletzungen und Verbrennungen ersten und zweiten Grades standen zunächst auf dem Plan. Anschließend wurde es kreativ: In kleinen Gruppen entwickelten die Teilnehmenden eigene Fallbeispiele und setzten diese eigenständig um.
Dabei entstanden drei abwechslungsreiche Szenarien. Beim „Beachcup Drama“ sorgte ein vermeintlich harmloses Sportturnier für zahlreiche Verletzte und jede Menge Arbeit für die Einsatzkräfte. „Omas 80. Geburtstag eskaliert, weil die Sahne leer ist …“ entwickelte sich von einer gemütlichen Familienfeier zu einem spektakulären Großeinsatz mit Verbrennungen und Verletzten. Im dritten Szenario mussten die Teilnehmenden nach einem Verkehrsunfall ihr Können unter Beweis stellen und mehrere Verletzte realistisch versorgen und darstellen.
Die Fallbeispiele zeigten eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Teamarbeit und Improvisation in der Notfalldarstellung steckt. Gleichzeitig boten sie die perfekte Gelegenheit, das Gelernte unter möglichst realistischen Bedingungen anzuwenden.
Nach einem intensiven, lehrreichen und vor allem abwechslungsreichen Wochenende gingen die Teilnehmenden mit vielen neuen Erfahrungen nach Hause. Neben jeder Menge Kunstblut, Schminke und schauspielerischem Talent kam auch der Spaß nie zu kurz. Eines ist sicher: Wer an diesem Wochenende zufällig vorbeigeschaut hätte, wäre vermutlich ganz schön erschrocken – zum Glück war am Ende alles nur gespielt.
Für den Bericht: Dennis Braun aus dem Kreisverband Rhein-Sieg.