Bericht: Bildungsreise "Erinnerungen an Buchenwald"
Buchenwald - 14 Teilnehmende und ein wichtiges Thema. Was wir gelernt haben kannst Du hier lesen.
Vom 16. - 18. Mai 2025 begaben sich 14 engagierte Mitglieder*innen und 3 Teamer*innen des Jugendrotkreuz Nordrhein auf eine eindrucksvolle und bewegende Bildungsreise zur Gedenkstätte Buchenwald. Am Freitagmorgen um 8:15 Uhr traf sich die Gruppe am Landesverband in Düsseldorf. Mit gespannter Erwartung und einem Gefühl der Neugier starteten wir unsere rund fünfstündige Fahrt nach Weimar. Dort angekommen, bezogen wir unsere Unterkunft in einer Jugendherberge und stärkten uns zunächst bei einem gemeinsamen Essen. Der frühe Abend stand ganz im Zeichen der Freizeit: In kleinen Gruppen erkundeten wir die historische Altstadt Weimars, eine Stadt, die selbst viel Geschichte besitzt. Später trafen wir uns zu einem gemeinsamen Kennenlernspiel, mit vielen Fragen, bei dem schnell spürbar wurde, wie vielfältig und motiviert unsere Gruppe war. Der erste Tag klang in entspannter Atmosphäre aus, während sich bereits erste Gespräche über die bevorstehenden Tage entwickelten.
Am Samstagmorgen machten wir uns nach einem stärkenden Frühstück auf den Weg zur Gedenkstätte Buchenwald. Der Tag begann mit einem eindrucksvollen Film, der uns die schrecklichen Ereignisse und Bedingungen des Konzentrationslagers näherbrachte. Anschließend übernahm ein erfahrener Guide die Führung. In einer ersten Phase zeigte er uns zahlreiche Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus, die wir im Team auf uns wirken lassen und besprechen sollten. Diese Auseinandersetzung förderte viele Emotionen zutage und half, das Grauen dieser Zeit besser zu begreifen, da hinter jedem Bild eine Geschichte steckte. Nach dem Mittagessen gingen wir gemeinsam mit dem Guide über das Gelände der Gedenkstätte. Orte, wie das Krematorium, die Arrestzellen oder das ehemalige Lagertor, hinterließen einen bleibenden Eindruck bei uns allen. Besonders eindrucksvoll war die behutsame, aber klare Art des Guides, der uns mit Respekt und Offenheit durch die Geschichte führte und auf alle unsere Fragen eine Antwort kannte.
Am späten Nachmittag kehrten wir zurück in die Jugendherberge. Der Abend stand für viele im Zeichen des gemeinsamen Austauschs und der stillen Reflexion. Viele von uns hatten das Bedürfnis, über das Gesehene und Gefühlte zu sprechen.
Auch am Sonntag begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor wir ein zweites Mal zur Gedenkstätte Buchenwald fuhren. Dieses Mal hatten wir die Möglichkeit, das Gelände individuell zu erkunden. In dieser Phase nahmen sich viele Zeit für das Museum oder die stillen Plätze der Erinnerung. Gegen Mittag traf sich die gesamte Gruppe in einem Seminarraum der Gedenkstätte. In einer offenen Gesprächsrunde sprachen wir darüber, was das Wochenende mit uns gemacht hatte, welche Erkenntnisse wir gewonnen hatten und was wir persönlich für unser weiteres Engagement im Jugendrotkreuz mitnehmen.
Zum Abschluss fuhren wir noch einmal in die Innenstadt von Weimar, wo wir ein gemeinsames Mittagessen genossen – ein ruhiger Ausklang nach einem sehr intensiven Wochenende. Danach traten wir die Rückreise an.
Die Bildungsreise nach Buchenwald war eine emotionale und tiefgründige Erfahrung für alle Teilnehmenden. Sie hat uns nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern auch unsere Haltung zu Verantwortung, Mitmenschlichkeit und Zivilcourage gestärkt. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist ein essenzieller Teil für uns, denn nur wer sich erinnert, kann die Zukunft bewusst gestalten. Es ist ein sehr wichtiges Thema. Wir lernen aus der Geschichte – und deshalb müssen wir uns mit ihr beschäftigen. Wir danken an erster Stelle den Teamer*innen, die uns das Wochenende über so gut begleitet haben, bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite standen und das Wochenende so toll und abwechslungsreich gestaltet haben.
Bericht von Loreen (Teilnehmerin aus Mönchengladbach)