Aufbaulehrgang Notfalldarstellung – Mimen (ND B Mimen)

Lautes Gelächter, Schreie, Blut und ein Haus im Wald. Ein total normales Wochenende in der Eifel …

An dem Wochenende von Freitag, den 20.10.17 bis Sonntag, den 22.10.2017 fand im Haus des Jugendrotkreuz das Seminar „Aufbaulehrgang Notfalldarstellung – Mimen (ND B Mimen)“ statt.

Anfang diesen Jahres gab es bereits den „ND B Schminken“ und es gab deshalb nach langer Zeit ein großes „Hallo“ einiger Teilnehmer, die sich dort kennengelernt und seit dem nicht mehr gesehen hatten. Zum Einstieg wurden wir über die Sicherheit aufgeklärt, worauf wir während einer Übung zu achten haben, wenn wir als Darsteller oder Betreuer mitwirken.

Samstag gab es dann die Grundlagen der Schauspielkunst. Wir lernten zu schreien, zu weinen, zu lachen, traurig zu sein und auf Kommando die Rolle sofort zu wechseln. Außerdem erlernten wir den Einstieg in die Darstellung von Notfällen. In Kleingruppen erarbeiteten wir uns einige Notfälle, um diese dann in der großen Gruppe vorzustellen. Es wurde dabei immer mit ausgeführt, welches Material, was für Gegenstände und was für einen Ort man benötigt, um authentisch den jeweiligen Notfall darstellen zu können. Zuerst stellten wir die Ergebnisse theoretisch im Plenum vor und dann wurde es immer praktischer. Zum Nachmittag hin erlernten wir beispielsweise auf was zu achten ist, wenn man „eingetrübt“ ist. Als Highlight wurde ein schweres Buch auf den Boden geworfen und somit getestet, ob der Darsteller in seiner Rolle bleibt, denn in der Notfalldarstellung kann es zu vielen Situationen kommen, die davon ablenken seine Rolle weiterhin zu spielen. Des Weiteren haben wir Atemtechniken gelernt, denn es kann schnell passieren, dass man bestimmte Atmungen nicht mehr ändern kann und so zum realen Notfall wird. Ein weiterer Inhalt war dann, dass wir uns genau überlegen mussten, wie alles so realistisch wie möglich dargestellt werden kann. Oder habt ihr euch schon einmal in den Finger geschnitten, ohne dass es blutete? Außerdem ist es schwer zu glauben, dass man einen Schlaganfall hat, wenn man freudestrahlend durch den Raum hüpft. Und ein Schlag durch einen Rechtshänder wird niemals eine Platzwunde auf der rechten Gesichtshälfte seines Gegenübers verursachen. Zu guter letzt ging es dann um Angst und Panik und wie man sich in solchen Situationen richtig verhält. Habt ihr euch schon mal gefragt, was ihr macht, wenn ihr euren eigenen Namen nicht mehr kennt oder nicht wisst, warum ihr gerade da seid, wo ihr gefunden wurdet?

Für ganz Wissbegierige wurden dann noch weitere Inhalte angeboten und es wurde viel Improvisationstheater gespielt. So wurde zum Beispiel einem Stuhl sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Er wurde gestreichelt oder musste einige Aggressionen aushalten. Außerdem ging die Gruppe durch den Raum und es wurden zwei Namen und ein Thema genannt, woraus dann eine kurze Szene entstanden ist. Diese Einheit hat uns gezeigt, wie man lernt, in kürzester Zeit auf sein Gegenüber zu reagieren. Fazit: Die Notfalldarstellung verlangt guten Darstellern so einiges ab.

Sonntag war dann der krönende Abschluss, nachdem wir etwas über das Organisieren von Übungen gelernt haben. Wir haben das Erlernte in die Tat umsetzen dürfen. So kam es beispielsweise zu einer Verpuffung am Lagerfeuer mit Verbrennungen, einer Schnittwunde, die durch den Schreck entstanden ist und einer Gehirnerschütterung. Außerdem haben sich mehrere Parteien in der Eifelbar gekratzt, geschlagen und über ausverkaufte Handtaschen gestritten. Des Weiteren gab es am Kicker eine gespielte Keilerei, die mit einer Platzwunde und einem Schock endeten. Es war aber nichts Ernstes. Es war alles nur gute Notfalldarstellung und die Wunden wurden schnell wieder abgewischt und die Streithähne haben sich nach dem Schauspiel wieder die Hand gegeben.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass alle an diesem Wochenende etwas mitgenommen haben. Die Notfalldarstellung des Jugendrotkreuzes wird immer wichtiger, denn nur so können das Deutsche Rote Kreuz und die Katastrophenschutzorganisationen Übungen durchführen, in denen es so realistisch wie möglich zugeht. Nur so kann man sich auf den realen Einsatz vorbereiten und sich noch besser organisieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich in diesem Bereich weiterzubilden. Es bringt auch das eine oder andere Gute mit sich, das man im wahren Leben auch gebrauchen kann.

Vielen Dank an alle, die an dieser erfolgreichen Ausbildung mitgewirkt haben. Wir waren ein toller Teilnehmerkreis mit noch tolleren Teamern.

Die entsprechenden Fotos gibt es hier.