Basisschulungen für neue Ferienbetreuer 2012

Im März fanden unsere beiden Intensiv-Basisschulungen für neue Ferienbetreuer statt: Für viele der erste Kontakt zum JRK, und für nahezu alle der Einstieg in ein neues Tätigkeitsfeld. Von daher galt es, viele Themen zu bearbeiten, Fragen zu klären und gegenseitig Eindrücke zu sammeln. Am Ende der beiden Seminare freuen wir uns, über 50 neue Betreuer für unsere Freizeiten gewonnen und begeistert zu haben ;)


Doch alles der Reihe nach: Freitagabend hieß es erst einmal ankommen, einchecken, ins Gespräch kommen und mitgebrachte Unsicherheiten abschütteln. Ganz schnell wurde klar, „och das sich ja doch alles ganz nette Leute hier und eine Atmospäre, in der man sich wohlfühlen kann“. Genauso sollte es dann später auch unseren Teilnehmern auf den Freizeiten ergehen... Überhaupt gab es eine Menge Anknüpfungspunkte und Anregungen, die sich 1:1 auf die Ferienfreizeiten übertragen lassen: Von der Ankommenssituation über die witzige Hausführung, um eine erste Orientierung zu bekommen, die JRK-Lounge mit vielen Smalltalk-Anregungen bei alkoholfreien Cocktails, Kennenlernen in verschiedenen Facetten, Hausregeln vermitteln – und viele weitere Punkte sollten im Verlauf des Seminars noch folgen... ;)

Nach der ersten Orga- und Kennenlernrunde ging es in einen Stationslauf, wo es unter anderem Steckbriefe auszufüllen und viele Kennenlernspiele anzuspielen galt, viele Fragen rund um den Einsatz als Ferienbetreuer geklärt und im JRK-Memory die Arbeitsfelder des JRK beleuchtet wurden. Danach noch einmal Plenum: In gemütlicher Kinoatmosphäre mit Chips, Popcorn und leckeren Getränken ausgestattet gab es in einer Rundtour durch Europa Bilder aus vergangenen Freizeiten zu sehen. Und so nach und nach wurde allen klar was es eigentlich heißt, auf Ferienfreizeit zu fahren und welch vielfältige Aufgaben auf unsere zukünftigen Betreuer zukommen. Hier konnte man sich eine Menge Anregungen für die eigene Freizeit abgucken, erfahren auf welche Punkte es vor Ort zu achten gilt und bekam man einen umfassenden Eindruck von allen einzelnen Touren aus unserem Programm.

Samstag ging es dann so richtig ans Eingemachte und querbeet durch eine riesige Bandbreite an Themen: Wie sind eigentlich unsere Teilnehmer so drauf, welche typischen Problemfelder treten mit ihnen auf uns wie gehen wir damit um? Was müssen wir bei der Planung unseres ersten Tages alles bedenken – was muss vor der Freizeit schon erledigt sein, was gibt es bei Abreise und Busfahrt alles zu beachten, und wie geht der Tag dann nach der Ankunft am Freizeitort weiter, was ist zu bedenken und welche Aufgaben zu erledigen, damit der erste Eindruck und erste Tag eine runde Sache wird?

Nach dem Mittagessen dann gleich der nächste große Themenkomplex: Rechtliche Grundlagen, von Aufsichtspflicht bis Jugendschutzgesetz – und anschließend spannende Diskussionen als es darum ging, auf dieser Grundlage knifflige Fallbeispiele aus fiktiven Freizeiten zu lösen. Auch im berüchtigten 7.Sinn ging es nochmal um Sicherheit, Verantwortung und korrektes Betreuerverhalten.

Jetzt erstmal einen Kaffee zur Stärkung und nochmal kurz durchatmen, denn im nächsten Block sollte es aktiv zugehen: Nach einem Theorieinput zu Spielpädagogik und Inszenierungen ging es auf in die Spielebörse. Jeder der neuen Betreuer war aufgefordert, sich ein Spiel herauszusuchen, anzuleiten und anzuspielen. So kam eine riesige Sammlung von knackigen, lustigen oder aktiven Spielen zusammen, eine super Grundlage für die eigene Ferienfreizeit! Und damit ihr euch daran erinnert, steht die Sammlung eurer Spiele aus den beiden Basisschulungen im Betreuerbereich zum Download bereit.

Unterbrochen vom Abendessen wurde so in den Abend hineingespielt, bevor es wieder ins Plenum ging und ein ernsteres Thema anstand: Das JRK-Konzept zur Prävention sexueller Gewalt und die spannende Frage, an welcher Stelle kippt ein intensives Gruppenleben und wo werden Grenzen erreicht? Was geht noch problemlos und was geht nicht mehr? Kuschelecke, Sauna, weinendes Kind in den Arm nehmen und trösten, Kinonacht mit Matratzenlager und viele weitere Beispiele galt es zu bewerten. Und schnell wurde klar, dass bei vielen Punkten die individuelle Einschätzung durchaus unterschiedlich sein kann und dass das auf jeden Fall ein Thema ist, das es im Freizeitteam zu besprechen gilt und stets ein waches Auge und ein gutes Bauchgefühl gefragt ist.

Auf diese Weise sensibilisiert und vielleicht ein bisschen ins Grübeln geraten ging es gleich weiter mit Persönlichem: Meine Rolle als Ferienbetreuer – wer hat da eigentlich alles Erwartungen an mich und was genau wird da alles erwartet? Welche Kompetenzen brauche ich um diese Erwartungen zu erfüllen und eine gute Ferienfreizeit hinzubekommen? Und was kann ich eigentlich schon alles und woran muss ich noch arbeiten? Oft ergaben sich spannende Selbsterkenntnisse und Gespräche, und es wurde bald klar, dass ein gutes Team nicht nur nach Sympathien zusammengestellt wird, sondern es auch darum geht, die vorhandenen Kompetenzen so zu kombinieren, dass eine möglichst gute Mischung dabei herauskommt und sich ein guter Teamgeist entfalten kann.

Als letzter Punkt stand dann gegen Mitternacht – ähnlich wie in einer echten Ferienfreizeit – noch die Teamsitzung an. Eine Gelegenheit zum Rückblick, „wie war dein Tag?“ Und oft die erstaunte Frage: „Wie, das haben wir heute morgen gemacht? Kommt mir vor als wär das schon zwei Tage her, so viel haben wir heute erlebt und mitgenommen...“. Kein Wunder bei ca. 15 Stunden Programm an diesem Tag und nur wenigen Pausen, Intensivseminar halt... Aber auch solche stressigen Tage können auf Freizeiten durchaus vorkommen – und spätestens an diesem Abend war wohl allen klar: Freizeiten fahren macht einen Riesenspaß, aber wir haben auch eine Menge Verantwortung. Und so toll die Tätigkeit als Ferienbetreuer auch ist (nicht umsonst sind viele von uns schon Jahre bis Jahrzehnte mit Begeisterung dabei): Eines ist es ganz sicher nicht, nämlich ein billiger Urlaub mit nem bisschen Kinderbespaßung.

Am Sonntag ging es vor allem um Konflikte: In Rollenspielen wurden exemplarische Freizeitkonflikte vorgestellt und geklärt, welche weiteren Konflikte es in Freizeiten erfahrungsgemäß oft gibt und wie man sie vermeidet oder für alle Beteiligten zu einer guten Lösung bringt. Im Anschluss noch ein Input zum Thema Programmplanung, und dann ging es in Freizeitteams daran, ein Programm für zwei Wochen Ferienfreizeit am Ort x zu erarbeiten und im Plenum vorzustellen. Hier wurde schnell klar, dass Programmplanung im Detail aufwändiger ist als man vielleicht denkt, und dass man frühzeitig damit anfangen und die Zeit bis zum Freizeitstart nutzen sollte, denn das ist nicht mal eben an einem Tag gemacht wenn es gut werden soll.

Nach einer Seminarauswertung mit Kaffee und Kuchen hieß es dann, Abschied nehmen und die vielen Anregungen, Gedanken und Motivation einzupacken und sacken zu lassen. Klar, es war echt viel und intensiv und wir haben euch sehr gefordert – von daher an dieser Stelle ein Dankeschön dass ihr euch darauf eingelassen und mitgemacht habt, und jetzt voller Motivation in eure Freizeitteams geht. Nicht vergessen, die weiteren Fortbildungsangebote mitzunehmen, in den Freizeitforen mit euren Teilnehmern in Kontakt zu kommen und euch frühzeitig in den Teams zusammenzusetzen und zu planen.

Wir hoffen, euch alle beim Forum wiederzusehen – es lohnt sich! Und eines versprechen wir an dieser Stelle: Die weiteren Wochenenden werden garantiert deutlich stressärmer und weniger überfüllt ;)

Axel Beck

Bilder von beiden Basisschulungen findet ihr im Fotoalbum. 

Und so geht es weiter – meldet euch an! (Links führen zu Ausschreibung und Anmeldung)