Bildungsfahrt nach Solferino/Genf 2015

Alle Wege führen nach Rom und viele nach Solferino. Auf diesen Weg, nach Solferino, machen sich Mitte Juni 21 JRKlerInnen aus dem Landesverband Nordrhein.

In Solferino treffen wir viele Mitglieder des Roten Kreuzes aus der ganzen Welt zur Fiaccolata, um uns mit ihnen auszutauschen.


Nach einem köstlichen Snack im Landesverband und einem Kennenlernspiel am späten Mittwochabend, geht es ans Packen des Busses. So können wir uns pünktlich auf die Reise machen, um die Geschichte Henry Dunants, des Gründers des Roten Kreuzes, zu entdecken.

Nach der knapp 15 stündigen Busfahrt ist gegen 12 Uhr das Ziel in Italien erreicht. Am Campingplatz angekommen heißt es: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen". Alle zusammen packen mit an, damit der Bus schnell geleert ist. Während ein paar TeilnehmerInnen für einen kleinen Mittagssnack sorgen, bauen die restlichen TeilnehmerInnen die Schlafzelte und das Aufenthaltszelt auf.

Nach getaner Arbeit und der Stärkung geht es gemeinsam an den Gardasee zur Abkühlung und um die Sonne zu genießen. Den Abschluss am ersten Tag in Italien bildet das gemeinschaftliche Abendessen in der Pizzeria des Campingplatzes. Danach heißt es, den Abend gemütlich ausklingen lassen, bis es am nächsten Morgen auf die ersten Ausflüge rund um Henry Dunant und seine verwirklichte Idee des Roten Kreuzes geht.

Am Morgen des zweiten Tages sind einige TeilnehmerInnen auf dem Markt bei Sirmione, um frisches Obst zu kaufen. Der Rest frühstückt in der Zwischenzeit ausgiebig auf dem Campingplatz. Um 9:30 Uhr machen wir uns nach einem WUP auf den Weg nach Castiglione zum Rotkreuzmuseum. Vorher besichtigen wir den Turm San Martino, mit einer atemberaubenden Aussicht über die komplette Landschaft und eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Schlacht. Auf einer ,,Wir waren hier"- Leinwand verewigen wir uns mit dem JRK-Logo. Im Anschluss kaufen wir viele RK-Souvenirs, sodass nun fast jeder einen Strohhut mit Logo besitzt.

Anschließend geht es in ein Einkaufszentrum, um für das Grillen am Abend einzukaufen und ein leckeres Eis zu essen, welches eine gewisse Abkühlung bringt, bei den heißen Temperaturen. Zurück am Campingplatz springen einige von uns direkt in den Gardasee, was von äußerster Wichtigkeit für uns ist, da wir uns über strahlenden Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad freuen dürfen. Abends helfen alle mit. Ein Teil der Gruppe macht den Grill an und die anderen bereiten die Salate und das Fleisch vor. Doch wie es nun mal ist, kann man einen gemütlichen Abend nie komplett planen.

Kurz bevor das Essen fertig ist, zieht sich der Himmel über dem Campingplatz zu und es bahnt sich ein Unwetter an. Kurzerhand müssen wir unseren Platz vor dem drohenden Unheil schützen.

Und wie das so ist im Roten Kreuz, alle packen mit an, wenn es etwas zu tun gibt. Die Einen retten alle Handtücher und Schwimmsachen, die Nächsten spannen eine Plane über die Bänke und den Grill und bauen Dämme, damit der Platz nicht komplett überflutet wird. Trotzdem haben alle Spaß, sehen die Lage optimistisch und genießen anschließend zusammen den Abend trocken unter unserem neuen Dach! Später wird dann noch gesungen und getanzt, bis unser Nachbar aus dem Wohnwagen kommt und laut ,,dormire" ruft und dabei wild gestikuliert. Unsere Antwort: ,,Cantari!" (Singen!!!)

Der 3. Tag beginnt gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück. Anschließend machen sich kleinere Gruppen auf den Weg an den Gardasee, den Pool oder genießen den Vormittag auf dem Campingplatz. Gegen 13 Uhr fahren wir los, in das nahegelegene Einkaufszentrum. Dort essen wir zu Mittag und haben Zeit, uns ein Lunchpaket für den Abend zu besorgen. Kurz darauf geht es auch schon weiter mit dem Bus. Im Rotkreuz-Camp angekommen holen wir unsere Fackeln für die Fiaccolata ab. Danach können wir an einigen Ständen Souvenirs erwerben und die ersten Kontakte zu anderen Rotkreuzlern aus aller Welt knüpfen.

Vom Camp aus geht es direkt weiter zum Rotkreuz-Denkmal in Solferino. Eine Wand mit Tafeln von allen Ländern mit einer Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft zeigt uns die gewaltige Größe unserer Bewegung. Bis zum Start der Fiaccolata besuchen wir noch den Turm ("La Rocca") von Solferino. Von hier aus hat man einen Blick über die Felder, auf denen damals die Schlacht von Solferino stattfand. Als wir anschließend auf dem Platz ankommen, beginnt der internationale Austausch mit Helfern aus aller Welt. Es wird dort zusammen gefeiert, gesungen und getanzt. Nebenbei werden die verschiedensten Sachen aus anderen Ländern getauscht.

Danach geht es auf den circa zweistündigen Fackellauf von Solferino nach Castiglione, wo wir zusammen mit anderen Gruppen Lieder anstimmen und der Idee von Henry Dunant gedenken. „Eine Idee lebt!"

Nachdem wir spät abends wieder auf dem Campingplatz angekommen sind, lassen wir den Tag mit unseren Eindrücken im Gepäck gemütlich ausklingen und fallen später müde in die Zelte.

Am nächsten Morgen müssen wir die Koffer packen, die Zelte abbauen und den Bus beladen, für unsere Weiterfahrt nach Genf. Bis zur Abfahrt am Abend haben wir dann noch Zeit, die Sonne am Gardasee zu genießen. Am Abend sind wir zusammen in Sirmione, in einem kleinen italienischen Restaurant und essen dort köstlich. Anschließend gucken wir uns in Kleingruppen die wunderschöne Altstadt der Halbinsel an. Es gibt viel zu sehen, beispielsweise die Altstadt mit ihren kleinen Läden, heiße Quellen am Strand oder Tanz- und Ballettvorführungen in einem Park. Um Mitternacht treten wir dann die Reise nach Genf an.

Als wir am Morgen in Genf ankommen, werden wir von strahlendem Sonnenschein willkommen geheißen. Wir beziehen unsere Hotelzimmer und ruhen uns kurz aus, bevor wir zusammen zu Mittag essen.

Danach machen wir uns auf den Weg, zu den Vereinten Nationen, um uns die Geschichte und die Details über das große Gebäude und die Organisation berichten zu lassen. Einiges haben wir in der kurzen Zeit erfahren und können viele interessante Informationen über die Entstehung der UNO mitnehmen.

Später überqueren wir mit der Fähre den Genfer See und essen in einem kleinen Restaurant, bevor wir uns auf den Weg zurück zum Hotel machen. Den ersten Abend in der Schweiz lassen wir unter freiem Himmel, neben dem Hotel auf einer Wiese ausklingen. Dort haben wir Zeit, uns zu unterhalten und auszutauschen über die letzten Tage, aber auch über unsere Erfahrungen im JRK.

Am 2. Tag in Genf sind wir im Rotkreuzmuseum. Dort haben wir eine sehr interessante Führung und einiges über die internationalen Aufgaben des Roten Kreuzes gelernt. So bekommen wir Einblicke in die Suche von verschwundenen Familienmitgliedern, den Schutz vor Naturkatastrophen und die Entstehung der Genfer Abkommen und der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Für unser leibliches Wohl sorgen wir anschließend in der Kantine des IKRK (Internationalen Komitees des Roten Kreuzes).

Anschließend haben wir Zeit, uns eigenständig in Genf umzuschauen und in Kleingruppen die Stadt zu erkunden, bis wir danach gemeinsam noch ein paar Sehenswürdigkeiten in Genf entdecken, wie zum Beispiel das Geburtshaus von Henry Dunant.

Am nächsten Morgen heißt es dann schon wieder: „Koffer packen und den Bus beladen!" Doch dieses Mal nicht, um uns auf den Weg zu einem neuen Ort aufzumachen, sondern um den Heimweg anzutreten.

Eine knapp 13 stündige Fahrt liegt vor uns, auf der wir noch einmal die Landschaft genießen dürfen. Gerade als wir in Deutschland sind, stoppen wir kurz, um uns für den restlichen Weg zu stärken. Als wir um 21 Uhr in Düsseldorf ankommen, packen noch einmal alle mit an, um den Bus auszuräumen und einige Sachen im Lager des Landesverbands zu verstauen. Danach heißt es dann nach 7 Tagen, Abschied nehmen von den anderen TeilnehmerInnen und den letzten Teil der Heimreise antreten. Doch wie üblich im JRK, wird man sich immer wieder über den Weg laufen und die auf dieser Fahrt neu gewonnenen Freundschaften und Erfahrungen behalten. Wir freuen uns schon darauf, alle bei der nächsten Fahrt wiederzusehen!

Unser herzlicher Dank gilt natürlich dem Landesverband und allen Beteiligten, die diese wunderschöne Fahrt organisiert und erst möglich gemacht haben.

Vielen herzlichen Dank!

Eva Croon und René Schmitz

Bilder der Reise gibt's im Fotoalbum.