Gruppenleiterlehrgang spezial auf der Burg Husen

Ein gelungenes Experiment: Die Idee, den GL-Lehrgang auszulagern und eine Woche zusammen in einem Selbstversorgerhaus Seminar und Mini-Ferienfreizeit zu kombinieren, ist angekommen und aufgegangen!


Am Mittwoch den 21.07. machten sich 12 Teilnehmer auf den Weg in Richtung Burg Husen, ein Selbstverpflegerhaus in der Nähe von Dortmund, um dort an der Kompaktwoche des Gruppenleiterlehrgangs teilzunehmen. Den ein oder anderen traf man vorher schon im Zug, sodass es gemeinsam in Taxis zu unserem Ziel ging. Angekommen, wurden wir herzlich von unseren Teamern Steffi und Axel empfangen und konnten unsere Zimmer beziehen.

Weiter ging´s mit dem üblichen Organisatorischen und unseren Erwartungen, um dann mit dem ersten Thema zu beginnen: „Kommunikation“, welche auf verschiedenen Ebenen stattfinden kann. Nach entsprechenden Übungen klang der Abend bei einer gemütlichen Werwolfrunde aus.

Am Donnerstag starteten wir mit dem Thema „Gender“ (Geschlecht). Was ist eigentlich typisch Mann / typisch Frau oder gibt es das gar nicht?

Nachmittags folgte dann das richtige Organisieren von Veranstaltungen, mit Überleitung zu einer eigens organisierten Piratenparty, bei der das Gelernte direkt umgesetzt werden konnte. Das Orga-Team kümmerte sich um das Gesamtbild, inklusive kleiner Piratensnacks, das Deko-Team gestaltete den Raum ganz im Sinne des Mottos und das Programm-Team sorgte für ein Piratenquiz und ein umgestaltetes Werwolfspiel.

Hier mal eine realistische Tagesbeschreibung von Freitag - wie immer untermalt durch das Vorbeibrausen der Züge. Das klang dann ungefähr so:
Axel: „Jede Gruppe bekommt nun das gleiche Material, um damit -ratter, ratter- wartet, da kommt wieder ein Zug -ratter, ratter- in gemeinsamer Teamarbeit alle ein Haus 2020 zu bauen.“

Während der Präsentation der Ergebnisse:
Gruppe: „Unser Haus ist sehr modern und hält den heutigen Umweltkatastrophen stand -ratter, ratter- (ein Zug) -ratter, ratter- und ist somit das geeignete Haus für 2020.“

Das Feedback:
Steffi: „Was ist euch bei eurer Teamarbeit denn -ratter, ratter - Ich warte kurz - ratter, ratter- aufgefallen und wie lief´s im Team?“

Wie beschrieben ging es an diesem Tag um das Arbeiten im Team, als Tagesabschluss dann noch in die Gender-Feedbackrunden (das Mädchenfeedback fand draußen statt, sodass die Züge die Gespräche nun völlig übertönten.

Nach den ersten 4 Tagen hatte man sich aber an den Zugverkehr, der nur 10m neben unserem Haus vorbei ging, gewöhnt und konnte schon abschätzen, ob es sich um einen 2 min Güterzug oder nur um einen 10sec vorbeifahrenden ICE handelte.

Das Wochenende begann mit dem Thema Erlebnispädagogik, wozu Jan, ein Referent, als Unterstützung für unsere Teamer anreiste. Nach der üblichen Vorstellungsrunde ging´s ab nach draußen, zuerst waren einige Teamübungen (man beachte das Wort „Übungen“, kein Spiel ;-) an der Reihe, dann stieg das Niveau und somit auch der Anspruch an unser Durchhaltevermögen und unsere Frustrationsgrenze. Mit genügend Konzentration und Motivation, und nach dem ein oder anderem besonderen Erlebnis (z.B. Philips Kamikaze-Sprung), haben wir die anspruchsvollen Übungen dann aber doch erfolgreich hinter uns gebracht.
Dann haben wir den Abend bei einem Bierchen mit einer gemeinsamen Singstar Party ausklingen lassen.

Am Sonntag starteten wir dann nach einem verspäteten Frühstück, bei dem wir ausführlichst über Steffis nächtliches Treffen mit einer süßen Maus, die leider ihre Merci-Schokolade gefressen hatte und anschließend von Steffi samt Koffer vor die Tür gesetzt worden war, informiert wurden ;-) Es folgten die Themen Konflikte und Störungen in der Gruppenstunde.

Montag folgten dann die Rechte und Pflichten der Gruppenleiter, inklusive Prävention sexuellen Missbrauchs und Kindeswohl. Weiter ging es mit den Fragen: Wie präsentiere ich richtig und worauf muss ich achten? Jeder hatte nun 20 min Zeit sich ein Thema samt Präsentation zu überlegen um dann 2 min vorzutragen (was gar nicht so einfach war...) Desweiteren war jeder nach einer spannenden Geste einem sehr lang anhaltenden Applaus ausgesetzt, was nicht zwangsläufig angenehm ist.

Der Abend wurde mit lustigen Gruppenspielen abgerundet, wobei die „Arsch-ob-de-Höh-Schweine“ oder das „Schatz, ich liebe dich“-Spiel zu großer Erheiterung führten.

Unser letzter Tag, Dienstag, begann (nach einer Fortsetzung der Mäusestory von Steffi, die ihre Merci merkwürdigerweise mit gutem Vertrauen in die Maus immer noch in ihrem Koffer lagerte, und folglich wieder nächtlichen Besuch hatte) mit einem kurzen Abstecher in die Netzwerke des DRK („Woher bekomme ich was und wer kann mir eigentlich helfen?“).

Dann der aufregendste Teil: Wir wurden in Gruppen eingeteilt und hatten nun die Gelegenheit all unser Gelerntes in einer Abschlusspräsentation zu beweisen. Dafür konnten wir uns den Tag frei einteilen und auch die Präsentationsart frei wählen.

Dann der Höhepunkt:
Wir fanden uns alle schick gemacht zu einem gemeinsamen Abschlussabend mit der Landesleitung zusammen. Zuerst ein sehr leckeres, festliches Essen, dann folgten unsere Ergebnisse der Gruppenarbeiten, die sich wirklich alle sehen lassen konnten. Eine 14-tägige Ferienfreizeit, eine 5-tägige Projektwoche und ein Aktionstag in der Öffentlichkeit waren geplant worden. Deutlich zu sehen waren die positiven Entwicklungen, die wir in der gemeinsamen Zeit im Bezug auf Präsentationen gemacht haben und es war ein wirklich schöner Abend.

Mittwochs bekamen wir dann noch die negativen Seiten eines Selbstverpflegerhauses zu spüren: Alles musste aufgeräumt und geputzt werden...

Gesagt, getan, also stand jetzt nur noch die gemeinsame Auswertung der Woche und die Verabschiedung an. Die Gesichter sprachen eindeutig dafür, dass wir auf eine wunderbare und erfolgreiche Woche zurückblicken können.

Im Namen der gesamten Gruppen noch ein mal ein riesiges Dankeschön an Steffi und Axel, die uns 8 Tage ausgehalten, motiviert, den Stoff interessant und abwechslungsreich vermittelt haben und auch ein offenes Ohr für das ein oder andere Problem hatten.

Danke für alles und hoffentlich sieht man sich noch mal im HDJ :-)

Philip Niestroj & Katharina Hemkes

Fotos der GL-Woche gibt es im Fotoalbum.