Landesjugendring rügt kommunale Kürzungen

"Gestern noch Lust aufs Leben – heute keine Perspektive mehr? "

Anlässlich der jüngsten bedrohlichen Kürzungsmaßnahmen im Bereich der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in vielen Kommunen in Nordrhein-Westfalen mahnt der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen (LJR NRW) die politisch Verantwortlichen zur Einhaltung der Pflichtaufgaben.

„Während Bund und Länder Subventionen in Milliardenhöhe an Banken und Automobilindustrie bewilligen und trotz Haushaltszusammenbruch in vielen Kommunen bereitwillig Steuergeschenke verteilt werden, wird gleichzeitig bei denen gespart, die keine finanzstarke Lobby hinter sich haben, den Kindern und Jugendlichen. Die stehen nun vor der Situation: Gestern noch Lust aufs Leben - heute keine Perspektive mehr?" resümiert Martin Wonik, Vorsitzender des Landesjugendrings.

Hierfür hat der Landesjugendring beunruhigend zahlreiche Beispiele zur Hand:

     

  • So plant etwa die Stadt Bonn die Abschaffung des so genannten Bonn-Ausweises, mit dessen Hilfe bislang bedürftige Kinder ein kostenloses Mittagessen erhielten. 
  • In Duisburg soll die Kinder- und Jugendarbeit in den nächsten beiden Jahren um insgesamt 40 Prozent gekürzt werden. Die Folge ist, dass die Häuser der Offenen Tür ihre Pforten schließen müssen und Kinder und Jugendliche künftig am Nachmittag ohne Betreuung und Bildungsangebote sich selbst überlassen werden.
  • Auch in Herford soll im Bereich Jugendförderung und in Einrichtungen der Jugendarbeit gekürzt werden, während gleichzeitig die Elternbeiträge für die offene Ganztagsschule erhöht werden. „Künftig heißt es: Wer nicht zahlen kann, bleibt draußen", ist sich Alexandra Horster, Vorstandskollegin von Martin Wonik sicher. 
  • Ähnlich fatal sind die Folgen der Kürzungen zum Beispiel auch in Remscheid: Nach den vorgesehenen Kürzungen für Jugendverbände in Höhe von 20 Prozent werden die bislang gewährleisteten bezahlbaren Ferienangebote für viele Kinder gar nicht mehr möglich sein.
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Die Liste an solchen Beispielen ließe sich laut Landesjugendring beliebig fortsetzen, denn in diesem Jahr geraten nahezu 60 Prozent der Kommunen in NRW in die Haushaltssicherung.

„Es kann jedoch nicht sein, dass Kinder und Jugendliche diese Last tragen müssen" appelliert Alexandra Horster. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung, Erziehung, Freizeitgestaltung, gesunde Ernährung und vieles mehr. Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen bestmöglich zu begleiten" so die Vorsitzende.

Der Landesjugendring fordert die politisch Verantwortlichen daher nun auf, Kinder- und Jugendarbeit als kommunale Pflichtaufgabe ernst zu nehmen: „Sie muss finanziell so ausgestattet werden, dass die Kinder und Jugendlichen in NRW weiterhin bedarfsgerecht gefördert werden." Die Kommunen in NRW müssten im Rahmen der grundgesetzlich geschützten kommunalen Selbstverwaltung in die Lage versetzt werden, dieser Aufgabe nachzukommen, so der LJR-Vorstand weiter. Kürzungen bei Kindern und Jugendlichen dürfe es in keinem Fall geben.