Pfingsttreffen 2011: Abenteuer im Wilden Westen

In diesem Jahr folgten 160 Jugendrotkreuzlerinnen und Jugendrotkreuzler dem Aufruf der aufstrebenden Stadt Henry Town!


Die Stadt im Wilden Westen sitzt auf schier endlosen Goldvorräten, doch die faule Dorfbevölkerung vergnügt sich lieber im Saloon, als das edle Metall abzubauen. Und so kam der ebenso nichtsnutzige Bürgermeister auf die Idee, Gastarbeiter aus dem fernen Europa anzuwerben – die am Freitag vor Pfingsten dann auch in Scharen ins HdJ strömten. Doch so einfach, wie die meisten sich das dachten, war die Anreise natürlich nicht. Zunächst einmal musste der „große Teich“ überwunden werden – und zwar zu Fuß!

Vor ihnen hatte dies nur die Deutsche Bahn geschafft, die die Gruppen an Amerikas Ostküste empfing und – so der Plan – mit dem Zug Richtung Westen bringen sollte. Doch aufgrund von Störungen im Betriebsablauf war das Projekt „Amerika 21“ noch nicht so fortgeschritten wie von den Organisatoren erhofft. Zum Glück können echte JRK´ler richtig mit anpacken, so dass die Bahnstrecke bald fertig gestellt war und auch die Wagons kreativ zusammengebaut wurden. Am späteren Abend hieß es dann also „Achtung an der Bahnsteigkante“ und der Tross setzte sich in Bewegung Richtung Westen, wo sie vom Bürgermeister freudig empfangen wurden. Doch auch seine Freude wich schnell der Skepsis: Ob diese verwöhnten Europäer wohl auch imstande seien, sich harter Arbeit zu stellen? Doch die gesamte Bevölkerung von Henry Town gab den Neuankömmlingen eine Chance und gewährte ihnen Unterkunft.

Am nächsten Morgen jedoch war dann Schluß mit der Faulenzerei. Alle Dorfbewohner haben all ihre Kräfte zusammen genommen, um den Neuen das Leben und Arbeiten im Wilden Westen näher zu bringen. In den unterschiedlichsten Workshops rackerten unsere JRK´ler – und schlugen sich dabei erstaunlich gut. So gut, dass der Bürgermeister – unter dem Druck der Stadtbevölkerung, die nicht weiter arbeiten wollte, wird gemunkelt – am Mittag kurzerhand die Arbeiten unterbrach und das 1. offizielle Henry Town – Stadtfest eröffnete. Neben zahlreichen Angeboten – von Bullenreiten bis Schmuckherstellung – wurde auch hohe Diplomatie betrieben: Um sich mit den Indianern, die eigentlich in diesem Land lebten und mit denen man es sich unter keinen Umständen verderben wollte, gut zu stellen, sollte ein großes Totem als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit errichtet werden. So feilte und malte jede Gruppe an diesem Nachmittag – und teilweise noch lange darüber hinaus – an ihrem eignen kleinen Totem-Stück.

Bevor es am nächsten Morgen losgehen konnte mit der langersehnten Schatzsuche, musste am Samstagabend rund um das Rathaus von Bad Münstereifel die offizielle Goldgräbererlaubnis erstanden werden. Schließlich ging alles strukturiert und diszipliniert zu im Wilden West – Ordnung muss sein, fand der Bürgermeister. Und so schickte er die JRK´ler von Amtsstube zu Amtsstube bis alle Gruppen ihre Schürferlaubnis in den Händen hielten. – Zugegeben, dies war kraftraubend, aber vor dem Reichtum stehen nun einmal auch in Henry Town Fleiß und Anstrengung… Doch diese Mühe hat sich gelohnt, den die Sonne am nächsten Morgen ließ vermuten: Dies wird ein erfolgreichen Tag! Und so zogen sie los, die mutigen JRK´ler, stellten sich der Wild-Wild-West-Biene, dem korruptem Bürgermeistergehilfen, dem Totengräber mit den langen Fingern und vielen anderen netten und düsteren Gestalten, retteten hilflose Menschen vor dem Ertrinken in der Wüste und überwältigten die Verbrecher, die den JRK´lern den Schatz streitig machen wollten, dafür aber die gerechte Strafe vom Sheriff erhielten. Am Ende waren alle reich, aber müde und ließen den Tag beim großen Barbecue ausklingen. Die überglückliche und durch die Hilfe der Fremden nun auch zu unermäßlichem Reichtum gekommene Stadtbevölkerung forderte die Neuankömmlinge am Abend zum Duell, das die JRK´ler promt für sich entschieden und so offiziell in die Stadtgemeinschaft aufgenommen wurden. Urbewohner und Neubürger feierten ausgelassen bis tief in die Nacht – schließlich ist die Stadtbevölkerung nun seit 14 Jahren ungeschlagen ;)

Schon am nächsten Morgen hieß es dann aber Abschied nehmen vom Wilden Westen, nicht aber von den neuen Freunden und Bekannten. Gemeinsam gab die nun große Stadtgemeinschaft Henry Town auf, schließlich waren das Land nun leer und die Taschen voll, und begab sich auf die beschwerliche Rückreise an die Ostküste. Fleißige Gruppenleiter gestalteten diese durch die unterschiedlichsten Sight-seeing-Stationen so interessant, dass der Abschied am Ende echt schwer viel. Doch natürlich wurden bei der Reise quer durch Amerika noch Postkarten nach Hause geschrieben („Das Essen war lecker und das Wetter gut!“), so dass sich die JRK´ler, die mittlerweile sicher wieder wohlbehalten zu Hause angekommen sind, noch auf Post freuen können. Die Indianer, die am Ende ein wenig froh darüber waren, dass sie ihr Land von den weißen Männern und Freuen zurückerhielten, freuten sich sehr über das große Totem, dass die JRK´ler kurz vor ihrer Abreise zusammenbauten und ihren roten Freunden dankbar für vier tolle Tage im Wilden Westen übergaben.

Glücklich und zufrieden traten die Gruppen schließlich ihre Rückreisen an und freuen sich auf das Wiedersehen Pfingsten 2012 – beim JRK-Supercamp in Xanten!

Marcus Janßen

Bilder vom Pfingstwochenende gibt es im Fotoalbum