Quali WE für Ferienbetreuer

Kurz vor den Sommerferien stand vom 25. bis 26. Juni unser alljährliches Qualifizierungs-WE für unsere Ferienbetreuer an.

Bei fantastischer Stimmung bildeten sich rund 60 von ihnen in den Themen Erste Hilfe, Behinderten-Freizeiten oder Kochen für Großgruppen fort. :-)

Erste Hilfe Kurs für Ferienbetreuer/innen des JRK Nordrhein
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Über HELD und Helden (die euch, wenn nötig, die Kleidung zerreißen werden)

An einem mehr oder weniger regnerischen Morgen trudelten wir, ein Haufen motivierter junger Menschen, trotz der frühen Stunde fröhlich im Haus des JRK im schönen Bad Münstereifel ein. Begrüßt wurden wir, wie immer, mit Kaffee, Tee, kalten Getränken und fruchtigen Snacks. Warum wir uns an einem Samstag so früh getroffen haben? Wir alle haben uns dafür entschieden, während der Sommerferien ehrenamtlich Kinder- und Jugendfreizeiten im In- und Ausland zu betreuen. Für solch eine Tätigkeit darf die letzte Erste Hilfe Schulung nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Erfreulicherweise haben aber auch viele teilgenommen, obwohl ihre letzte Schulung noch keine zwei Jahre zurückliegt, ganz ungezwungen also.

Eine Erste Hilfe Schulung ist auch zu Zeiten von Semester- und Schulabschlussprüfungen niemals Zeitverschwendung. Laut einer Studie des ADAC  wird statistisch gesehen jeder vierte Mensch in Deutschland einmal auf Erste Hilfe Leistungen angewiesen sein. Wie hoch umgekehrt die Wahrscheinlichkeit ist, einmal Erste Hilfe leisten zu müssen, kann sich nun jeder selbst vorstellen. Leider unterbleibt derselben Studie zufolge bei einem Großteil der Fälle jegliche erste Hilfe. Die Gründe sind vielseitig und reichen von psychischen Blockaden bis hin zur Angst, einem Verletzten weiteren Schaden zuzufügen. Ich denke, dass die psychischen Blockaden und Ängste am besten dadurch abgebaut werden, dass man sich regelmäßig mit dem Thema befasst, Situationen durchspielt und Fragen und Ängste offen anspricht. All dies ermöglichte uns das kompetente JRK Erste Hilfe Team, bestehend aus den sympathischen Referenten Bene und Lisa.

Nach einem doch recht lustigem Erste Hilfe Kennenlern-Bingo, bei welchem mir u.a. die Frage gestellt wurde, ob ich das Wort „HELD“ erklären könnte, was ich noch ganz selbstsicher bejahte, durften wir unsere Erwartungen und Ängste rund um das Thema Erste Hilfe aufschreiben und an eine Pinnwand hängen. Danach wurde uns das Programm für die nächsten beiden Tage erklärt und uns wurde gesagt, an welchen Stellen wir auf die von uns aufgeschriebenen Erwartungen und Ängste zu sprechen kommen würden. Dann folgte ein wirklich volles Programm. Wir lernten über die Atmung, über Blut– und Kreislaufstillstände, Blutungen, Erkrankungen, Herzinfarkte, Wiederbelebung, Knochenbrüche, Rauschzustände, Verbrennungen und vieles, vieles mehr.
Natürlich sind dies alles sehr ernste Themen, was ja auch der Grund für uns war, uns ein ganzes Wochenende für den Kurs freizunehmen. Aber, wie es beim JRK so üblich ist, wurde auch jede Menge gelacht. Zum Lachen brachten uns vor allem die vielen Anekdoten der Kursteilnehmer. Es soll tatsächlich Menschen geben, die sich, nachdem ihnen durch eine Herzdruckmassage das Leben gerettet wurde beschweren, weil man Ihnen die Bluse kaputt gemacht hat. So etwas wird uns aber nicht davon abhalten, zu helfen. Natürlich hoffen wir alle, dass wir unser Wissen nicht allzu oft werden anwenden müssen, denn wir wünschen natürlich einem jeden Menschen, ob wir ihn kennen oder nicht, Gesundheit. Aber sollte es dazu kommen, dass wir einen Hilfebedürftigen auffinden, dann werden wir wissen, was zu tun ist. Bene und Lisa haben uns die Möglichkeit gegeben, sämtliche Szenarien durchzuspielen und uns wirklich alle Fragen beantwortet.

Besonders toll war an diesem Wochenende noch, dass parallel zu unserer Erste Hilfe Schulung eine Schulung zum Thema „Kochen für Großgruppen“ stattfand. Wir wurden von morgens bis abends mit Leckereien verwöhnt, von Pasta über Smoothies, Salate und Kuchen war einfach alles dabei. Man munkelte sogar, wir hätten quasi pausenlos gegessen. Dazu sage ich nichts, denn das gehört nicht in die Öffentlichkeit. ;-)

Ach ja. Natürlich lag ich mit meiner Definition des Wortes „Held“ komplett falsch, als ich „HELD“ als einen Menschen definierte, der vollkommen selbstlos etwas Gutes tut… HELD ist natürlich eine Abkürzung: H für Hilfe rufen, E für ermutigen und trösten, L für lebenswichtige Funktionen überprüfen und D für eine Decke unterlegen oder zudecken. Und das, obwohl auch meine letzte Erste Hilfe Schulung erst ein Jahr zurückliegt…

Im Namen aller Teilnehmer ein herzliches Dankeschön an Sabrina und ihr liebes Team, vor allem natürlich an die Referenten! Es war schön! :-)

(Jennifer Lennartz)

 

Seminar zum Thema B-Freizeiten ... B wie "Besonders" ;-)
 
In unserem Workshop kamen die wissbegierigen Ferienbetreuer zusammen und durften nach langersehnten Jahren wieder den Kurs „B-Freizeiten“ (für Teilnehmer mit Behinderung) besuchen. Am Samstag vor dem Mittagessen haben unsere Teamer uns durch einen Überblick über verschiedene Behinderungsarten leicht in das Thema eingeführt.
 
Dabei ging es um eigene Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen, die z.B. Trisomie 21, Autismus, Spastiken, Epilepsie o.Ä. hatten. So haben wir z.B. erfahren, wie wir mit verschiedenen Spastiken umgehen oder im Notfall bei Anfällen reagieren.  Um den Vormittag abzuschließen, haben wir uns in unseren Freizeitgruppen zusammengesetzt, um einen Tag mit behinderten Kindern/Jugendlichen durchzuplanen. Dabei wurde besonders auf die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer geachtet.
 
Nach dem leckeren Mittagessen haben wir uns gegenseitig die Gruppenergebnisse vorgestellt.
Es ist uns dabei aufgefallen, dass nicht nur wir Betreuer sondern auch die Teilnehmer in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich "belastbar" sind, was Angebote und/ oder Ruhephasen betrifft. So gab es von total ruhigen  (1-2 Angebote) bis hin zu sehr durchgeplanten (5-8 Angebote) Tagen alles. Diese Unterschiede haben uns verwundert und führten zu angeregten Diskussionen. Die Teamer haben uns (wie bei allen Tagespunkten) viel Spielraum gelassen, so dass wir dadurch auch zu anderen Themen Fragen stellen und unsere Erfahrungen austauschen konnten.
 
Es gab an diesem Wochenende aber nicht nur theoretisches Wissen für uns. Uns wurden verschiedene Transfermethoden vorgestellt, die wir in Partnerarbeit auch selber üben konnten  (Rollstuhl-Bett, Bett-Rollstuhl, Inko-Wechsel). Zum Abschluss des abwechslungsreichen Tages sind wir gemeinsam in die Sporthalle gegangen und haben verschiedene Bewegungsspiele, die wir in unseren Freizeiten nutzen können, ausprobiert (Feuer Wasser Luft, Wer hat meine Klara geklaut, Brennball etc.). Dabei hat manch einer sein inneres Kind wieder gefunden (und wieder raus gelassen)  ;-). Anschließend konnten wir beim genussvollen Grillen den Tag ausklingen lassen.
 
Einige unserer Teilnehmer kamen auf die geniale Idee, ihren Tag um 4:30 zu beginnen, sodass sie TOP fit und ausgeruht in den Workshop starten konnten. Dieser begann dann gegen 10 Uhr. Zuerst haben wir noch eventuell offen gebliebene Fragen des Vortags beantwortet bekommen, dann wieder über erlebte Situationen während der Ferienfreizeit gesprochen. Danach haben wir in der Gruppe verschiedene Mindmaps erstellt (Themen: Bastelangebote, Sport-und Spielangebote und Mottotage). Zum Abschluss haben wir unseren Teamern ein durchweg positives Feedback geben können, bevor es zum Mittagessen vom Kochteam selbst gemachte Pasta Bolognese gab.

(Andriy Chumachenko und Thomas Schmitz)

 

Auf geht`s zum Koch-Workshop! ... Alles rund um Selbstversorgerfreizeiten

Hoch motiviert und mit vielen Fragen, starteten wir etwas verspätet mit dem Kochen für die rund 60 hungrigen Mäuler des Quali-Wochenendes. Aber zuerst gab es eine kurze Erzählrunde, was wir uns von diesem Koch-Workshop erhofften. Im Anschluss wurden die Aufgaben für die Zubereitung des Mittagessens verteilt. Zu Mittag gab es eine Senfsuppe mit den Beilagen: gebratener Speck, Croutons und Lauchzwiebelringen und als zweites Gericht gab es Nudeln mit getrockneten Tomaten. Nach dem Motto „viele Hände, schnelles Ende“ startet jeder mit seiner Aufgabe. Aber nicht nur mit seiner Aufgabe, sondern auch mit den Fragen! Doch Bernd, unser „Meisterkoch“ und Workshopleiter, hatte seine Augen und Ohren überall, konnte auf jede Frage eine Antwort geben und war trotz allem die Ruhe in Person. Nochmal einen riesen Dank!

Nach dem erfolgreichen Mittagessen, ging es gleich wieder in die Küche und wir starteten mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Bernd hatte einiges geplant und es gab daher viel zu tun… und wo es viel zu tun gibt, passieren auch Missgeschicke! So war es bei uns leider die selbst hergestellte Zwiebelsoße, die nach ca. 1,5 Stunden verkochte… Doch schnell wurde eine neue aufgesetzt und weiter gemacht. Pünktlich um 19 Uhr wurden neben dem Grill, wo u.a. Fleisch und gefüllte Fladenbrote angeboten wurden, Bruschetta und Hotdogs serviert. Und zur Feier des Tages gab es für unser Geburtstagskind einen selbst gebackenen Brownie-Kuchen als Nachtisch.

Nach dem Frühstück am Sonntag, ging es nach einer kurzen Gesprächsrunde wieder ran ans Kochen. „Resteverwertung“ war das Stichwort und so gab es zum Mittag Nudeln mit Bolognesesoße nach italienischer Art… natürlich wurde hier auch an die Vegetarier gedacht.

Nach 48 spannenden Stunden ging das Wochenende dem Ende zu und nach einer Abschluss-Gesprächsrunde wurde klar, dass jeder seine Angst vor dem Kochen für Großgruppen verloren hatte und dass man, auch wenn mal was schief geht, nicht verzweifeln soll, sondern dass man sich (oder auch den Teilnehmern…) sagen soll, dass es genau so sein muss! ;-)

Wir danken dir Bernd für die vielen hilfreichen und Interessanten Tipps und Tricks rund ums Kochen für Großgruppen!

(Hanna Möller und Luisa Steffens)

 

Fotos zum Wochenende findest du hier