Schulsaniseminar Frühjahr 2014

Dass Erste Hilfe im Rahmen des Schulsanitätsdienstes (SSD) weit mehr ist, als nur das Aufkleben eines Pflasters, war den rund 40 Schulsanitätern, die sich vom 21.02. bis zum 23.02.2014 im Haus des Jugendrotkreuzes in Bad Münstereifel getroffen haben, durchaus bewusst.


Damit die Umsetzung der „Soft-Skills“ leichter von der Hand geht, konzentrierte sich dieses Wochenendseminar auf das, was in Übungsstunden meist nicht ausreichend trainiert werden kann: Die Betreuung im Interesse des Betroffenen.

Das Seminar startete mit einer großen Runde, in der erst einmal ein Überblick geschaffen wurde, welche Schulen angereist sind. Anschließend wurden die Teilnehmer in zwei Kleingruppen aufgeteilt. Innerhalb dieser Gruppe wurde sich einander vorgestellt und Steckbriefe zur groben Orientierung erstellt. Die Erwartungen der Teilnehmer an das Seminar waren vielfältig: Kontakt zu anderen SSDs, neue Erkenntnisse in der Ersten Hilfe und selbstverständlich ein angenehmes Wochenende mit Schwimmbad, Sauna und viel Spaß.

Nach dem Abendbrot bot sich die Möglichkeit für sportliche Aktivitäten oder Schwitzen in der Sauna; anschließend lud die Eifelbar mit einigen Snacks und kalten Getränken zum Tagesausklang bei guter Musik ein.

Obschon der Freitag zum Austausch von Erfahrungen genutzt wurde, konnten am Samstagmorgen in der Kleingruppe die schönsten, skurrilsten, aber auch schlechten Erlebnisse gesammelt werden. Aufgelockert wurde das Programm durch kleine interaktive Spiele. Um einen Maßstab für die Wirksamkeit des Seminars zu erhalten, wurde vor und nach der Erarbeitung der Methoden ein Unfall durch die Teilnehmer dargestellt. Zweierteams mussten mit verschiedenen Situationen zurechtkommen, in der der Fokus auf die Betreuung und weniger auf die Versorgung gelegt wurde. Beispielsweise eine aufdringliche Sekretärin, die fest davon überzeugt war, dass der Betroffene simuliert und ein „Verursacher“ des Unfalls, der von schlechtem Gewissen geplagt wird.

Um mit diesen Situationen umzugehen, wurde erörtert, wie grundsätzlich vorgegangen wird, welche Erwartungen der Betroffene haben könnte und welche Gesprächsthemen sich mehr oder weniger eignen, um auch eine optimale seelische Betreuung bereits am Unfallort zu gewährleisten.

Auch der Klimawandel spielt beim Jugendrotkreuz eine große Rolle und so legte die zweite Hälfte des Samstags den Fokus auf dieses Thema: Was sind die Auslöser einer Klimakatastrophe und welche Folgen haben diese? Stromausfälle und der Zusammenbruch der Infrastruktur sind nur zwei von vielen Folgen. Je mehr uns diese Ereignisse betreffen, desto wichtiger ist es, für den Notfall vorbereitet zu sein. Nach dem Seminar hat mit Sicherheit jeder Teilnehmer seinen Vorrat an Kerzen, Akkus, einem Radio und vielen weiteren Dingen aufgebessert.

Nach dem Abendessen hat sich das Team vom JRK noch ein Abschluss-Event ausgedacht: „Die Show mit den Ringen“ im perfekten Deutsch mit russischem Akzent konnten alle Schulsanitätsdienste mit einer eigenen Performance ihre Kreativität unter Beweis stellen: Wettbräunen oder auch Wettstreitschlichten.

Am Sonntag bot sich für die einzelnen Gruppen die Möglichkeit, ihren Zusammenhalt untereinander zu stärken: Was mag ich an meinen Gruppenmitgliedern und was mögen sie an mir?! Anschließend wurde der Sanitätsdienst bewertet: Was funktioniert gut oder auch weniger gut?! Auf farbigen Zetteln wurden Aspekte notiert, die anschließend mit den betreuenden Lehrern diskutiert werden konnten.

Nach dem Mittagessen konnte sich noch bei Kaffee und Kuchen verabschiedet werden und das Wochenende fand sein Ende. Mit Sicherheit werden viel Spaß, neue Erfahrungen, Erkenntnisse, neue Bekanntschaften und frische Ideen im Schulsanitätsdienst im Gedächtnis der Teilnehmer bleiben.

Luca Wolff

Ein paar Bilder vom Wochenende gibt's im Fotoalbum.