Selbstbestimmt zu leben will gelernt sein

Neu konstituierter Vorstand des Landesjugendrings NRW als Wächter der Landespolitik

Neuss, 08.07.2011. Revolutionär, aber integer, engagiert, aber ohne viel Lärm, selbstbewusst, aber gesellschaftskonform – so sollen sie sein die Kinder und Jugendlichen. „Unter diesen Bedingungen brauchen junge Menschen einerseits Orientierung, andererseits eine starke kontinuierliche Vertretung, die ihre Positionen in Jugendpolitik und -arbeit sichtbar macht“, konstatiert die wiederernannte Vorsitzende des Landesjugendrings (LJR) NRW Alexandra Horster.

Auf der Vollversammlung am 7. Juli 2011 im Horion-Haus in Köln wählte der LJR auch drei neue Vorstandsmitglieder. Und mit ihnen die weiterhin fokussierte Ausrichtung auf eine die Landespolitik kritisch begleitende Jugendverbandsarbeit in Nordrhein-Westfalen. Als neues Mitglied wurde die Arbeiter-Samariter-Jugend Nordrhein-Westfalen (ASJ NW) aufgenommen. Für die kommenden zwei Jahre haben die nunmehr 25 Mitgliedsverbände des LJR neben Alexandra Horster vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Sabrina Broszeit von der SJD – Die Falken, Ali Dogan vom Bund der Alevitischen Jugend (BDAJ) sowie Hanno Krüger von der Sportjugend als ihre Stellvertreter/innen in den Vorstand gewählt.

Roland Mecklenburg von der Evangelischen Jugend (AEJ), seit 1999 als stellvertretender Vorsitzender im Vorstand tätig, übernimmt jetzt erstmals mit Horster den Vorsitz. Er löst damit Martin Wonik nach acht Jahren als Vorsitzender ab. Wonik scheidet nach insgesamt 16 Jahren Vorstandstätigkeit aus. Auf der Agenda des neu konstituierten Vorstands steht die Weiterentwicklung eines elementaren politischen Diskurses. Aktuell diskutierte Themen wie etwa Kinderschutz in der Kinder- und Jugendarbeit, Ausbau von Bildungslandschaften, Bundesfreiwilligendienst und Integration machen es erneut deutlich: Rechte für Kinder und Jugendliche umzusetzen, macht Jugendpolitik zur Querschnittsaufgabe.

Ein Grundrecht ist das der Partizipation. „Doch selbstbestimmt und engagiert zu leben will gelernt sein“, so die Vorsitzende. „Jugendverbandsarbeit bietet mit ihren Aktivitäten alternative Bildungsangebote. Mit dem Schwerpunkt Soziale Bildung werden sich die Jugendverbände daher zukünftig stärker in den regionalen Bildungslandschaften in NRW beteiligen.“ Ein erster Schritt in diese Richtung und damit klares Signal der Anerkennung nordrhein-westfälischer Jugendverbandsarbeit setzte die Jugendministerin Ute Schäfer (SPD) erst im Mai 2011 mit der Erhöhung des Etats im Kinder- und Jugendförderplan auf 100 Mio. Euro. Der LJR hofft auf die Investition der zusätzlichen Finanzmittel in langfristige Maßnahmen.

Zukünftig setzt sich der LJR NRW verstärkt für die Fortführung und Weiterentwicklung von Projekten interkultureller Jugendarbeit ein. Aber auch mit Konzepten, etwa zum Thema „junges Engagement und Demokratie“, wird der LJR mit der Landesregierung offensiv in Dialog treten. Weitere Informationen unter: www.ljr-nrw.de