Solferino 2014

Vom 18.6.-22.6.2014 machte sich das JRK rund um den Landesverband Nordrhein auf den Weg nach Solferino, um die Wurzeln des Roten Kreuzes näher kennenzulernen.


Dazu trafen sich am Mittwochabend 20 Jugendliche am Landesverband in Düsseldorf,um dort einige Häppchen zu sich zu nehmen und sich mit Hilfe von Kennenlernspielen näher zu kommen. Als dann alle Taschen, Koffer, Schlafsäcke und Zelte in dem viel zu klein scheinenden Anhänger und Bus untergebracht waren, konnte es endlich losgehen. Nach 14 Stunden turbulenter Busfahrt, die zeitweise in der Schranke verbracht wurde, kamen wir schließlich relativ pünktlich am Campingplatz Tiglio unweit vom Gardasee an. Da alle noch ein wenig müde von der Busfahrt waren, wurden schnell die Zelte aufgebaut und es ging, dank des super schönen Wetters, sofort ab zum Strand zum entspannen und schwimmen. Am Nachmittag setzten sich alle wieder frisch umgezogen in den Bus, um Sirmione zu erkunden. Dort gab es das erste Mal ein leckeres, gemeinsames Essen in einem sehr gemütlichen Restaurant, mit Ausblick aufs Wasser. Von Pizza über Pasta, bis hin zu Salat, war für jeden was dabei. Anschließend ging es für jeden auf eigene Faust durch das kleine Städtchen. Natürlich wurde das von den Leitern empfohlene Eis sofort getestet und aufgrund der Hitze sehr schnell verzehrt. Nachdem alle schöne Fotos gemacht und Postkarten oder ähnliches gekauft hatten, ging es mit Taxen zurück zum Campingplatz, wo der Abend in gemütlicher Runde ausklingen konnte.

Freitag morgen musste früher aufgestanden werden, da der Besuch des Rot-Kreuz Museums sowie des Doms in Castiglione auf dem Plan standen. Von der Idee der Gründung durch Henry Dunant bis heute, fand sich alles in dem interessant gestalteten Museum wieder. Mit einigen Souvenirs im Gepäck ging es dann per Fußmarsch hoch zum Dom. Nach einigen Gruppenfotos wurde auch dieser von allen mit Erstaunen besichtigt. Da uns die netten Kollegen aus Euskirchen schon für die am nächsten Tag anstehende Fiaccolata angemeldet hatten, ging es im anschluss direkt zurück zum Platz und ab an den See, um das immer noch wunderKÖHNE Wetter zu genießen ;)

Dann war es endlich soweit; die Fiaccolata stand an. Zur Stärkung für den 13km langen Fackellauf gab es ein ausgiebiges Frühstück und die ersten Taschen wurden schon gepackt, da es ein langer Tag werden sollte. Im Shoppingcenter bei Castiglione konnte jeder noch einmal Einkäufe für den Abend sowie für den Abreisetag tätigen und ein kleines Mittagessen zu sich nehmen, was freundlicherweise übernommen wurde.

Von da aus fuhren alle mit dem Bus zu dem Platz in Solferino, wo sich DRK/JRK’ler aus aller Welt trafen. Eine kurze Besichtigung der Gedenkstätte und des imposanten Turms zeigte uns die ganze Aussicht über Solferino und Umgebung. Mit den netten deutschen Kollegen, z.B. aus Berlin, konnte man noch einige Erfahrungen im DRK sowie auch auf den Ausflügen hier in Italien austauschen. Mit den Fackeln ging es dann wieder auf den Platz, wo wir gespannt den Beginn der Fiaccolata erwarteten. Nach zahlreichen Fotos, die von uns gemacht wurden und mit der Musikbox von Chris, konnte es endlich losgehen. Das Feuer wurde von vorne bis an uns durchgegeben, sodass allmählich alle Fackeln brannten. Als kleiner „Party-Trupp“ aus dem LV Nordrhein verbreiteten wir die größte Stimmung vor und hinter uns, aber auch an die Menschen, die am Rand standen und uns allen zujubelten. Im Hellen losgezogen, wurde es nach einer Stunde endlich dunkler, sodass die Fackeln und die Dimensionen noch schöner zur Geltung kamen. Das Dunkel des Abends hatte leider keine Auswirkungen auf die warmen Temperaturen und so waren alle dankbar für den ein oder anderen Sprinkler, der am Wegrand stand und eine kurze, kühle Erfrischung gab. Nach 3-4 Stunden erreichten wir sichtlich erschöpft den Dom von Castiglione, den wir schon einen Tag zuvor besichtigt hatten.

Den letzten Abend verbrachten wir noch etwas länger draußen, soweit wie es die Fuß-/Rücken- und Beinschmerzen zuließen. Jeder hatte mit seinen kleinen oder großen Schmerzen zu kämpfen, wurde aber gut von Helmut versorgt.

Sonntagmorgen ging es leider schon zurück nach Düsseldorf :( Die letzten Sachen wurden eingepackt, Zelte wieder abgebaut und der Bus komplett beladen. Die ersten 7 Fahrstunden konnten wir noch mit unserem etwas schrägen aber genialen Busfahrer Ronny verbringen, bis wir nach zahlreichen Staus den Parkplatz zum Fahrerwechsel erreichten. Da wir eh schon eine größere Verspätung hatten, wollten alle einfach nur noch schnell weiter nach Hause. Die Freude auf zu Hause wurde jedoch schnell durch den Fahrerwechsel getrübt, der sich länger hinzog als erwartet. Es wurde zuhause angerufen, dass wir uns um einige Stunden verpäten würden, teilweise wurde alles bezüglich Schule und Arbeit schon im Vorraus geklärt, da eine Ankunft vor 4 oder 5 Uhr morgens nicht abzusehen war. Doch unter der starken Verspätung musste nie die allgemein gute Stimmung leiden. Mit Musik oder Karten spielen wurden alle bei Laune gehalten. Die letzte große Pause wurde bei einem Fastfood-Restaurant gemacht, wo wir uns ein letztes Mal den Bauch vollschlagen konnten. Jetzt hieß es, dass wir nochmal 6-7 Stunden Fahrzeit hätten und dann ging es auch direkt weiter. An einem kleinen Rastplatz vor Düsseldorf wurden die ersten Teilnehmer verabschiedet, der Rest fuhr bis zum Ende mit.

Am frühen Morgen endlich angekommen, wurde der Bus wieder entladen, jedem sein Gepäck zugeteilt und alles in den Keller verfrachtet. Vollkommen erschöpft und müde verabschiedeten sich nach und nach alle voneinander. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge ging es nach Hause, einerseits glücklich endlich schlafen zu können, andererseits auch traurig die tolle Gruppe verlassen zu müssen. Ich denke ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir eine superschöne Zeit hatten und versuchen das nächstes Jahr wieder mit erleben zu können!

Anna Holten

Bilder der Tour gibt's im Fotoalbum.