Wir werden Gruppenleiter!

Zwei Gruppenleiterlehrgänge finden gerade statt. Hier bekommst Du einen Überblick über die ersten zwei Wochenenden der einen Gruppe...

1. Wochenende im Oktober


Freitagmittag. Wieder einmal auf der Autobahn. Total genervt von der Woche und das Wetter ist auch mal wieder nicht das Beste. Die Regentropfen zerplatzen auf der Scheibe und die Laune geht immer weiter in den Keller. Stau. Mal wieder kein Ende in Sicht. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Da!!! Die Ausfahrt. Jetzt nur noch schnell drei Mal abbiegen und dann ist man da. Die Nerven beruhigen sich und die Vorfreude wächst. Gleichgesinnte, wissbegierige Menschen auf einem Haufen die noch was lernen möchten. Die Schiebetür öffnet sich und es ist nur noch eine Treppe zu überwinden.

Schau an, da sitzt jemand und man wird freundlich empfangen, so als wenn man dazu gehört. Ein bisschen was erzählt, hier ein Scherz, da ein bisschen Unruhe und dann geht es auch schon in einen großen Raum. 
Nun startet der Seminarablauf. Die große Vorstellung der Referenten beginnt. Aber nein, nicht nur die üblichen Sachen wie Name, Alter und Funktion, sondern auch ein paar Details werden verraten. Das Seminarprogramm für das Wochenende wird vorgestellt. Ah ja. Also zuhören und versuchen wach zu bleiben. Aber weit gefehlt. Es ist ein viel aktiveres Programm als man sich vorstellt.

Schon der erste Seminarpunkt bringt einen ins Schwitzen. Vorstellungsrunden in verschieden Arten. Es stellen sich nun die Fragen „Was gebe ich von mir preis?“, „Warum sollte ich mich wildfremden Menschen öffnen? Ich werde dadurch doch eh nur verletzlich und angreifbar.“ oder „Wieso muss ich eigentlich immer ich der Erste sein?“. Es werden Steckbriefe ausgefüllt, Interviews gemacht und eine Namensvorstellung mit einer typischen Handlung wird vorgeführt. Es ist einfacher als gedacht sich im ersten Moment die Namen zu merken. Dann kam das große Highlight des Abends. Der indische Teeabend. Themenbezogen wurden die ersten Statements getroffen und es wurde munter drauf los diskutiert. Durch die Atmosphäre wurden ausschließlich ruhige Diskussionen geführt und es war sehr harmonisch im Raum. So als wenn man wirklich eine große Familie ist. Danach gab es das erste Gewitter!!! Aber ohne Donner. Einfach nur Blitzlicht. ;-)

Samstagmorgen ging es dann wieder los. Mehr oder weniger fit versammelte sich die Mannschaft wieder im Gruppenraum und wurde durch einen WUP gejagt. Hellwach ging es dann an den nächsten Seminarpunkt. Die verschiedenen Lebenswelten der Menschen wurden in Kleingruppen bearbeitet und es wurde ein Zeitstrahl der Bedürfnisse erstellt. Menschen im Alter zwischen Null bis Zwanzig haben doch etwas andere Bedürfnisse und sind alle sehr individuell auf das Leben eingestellt.

Nach dem Mittagessen kam es wieder zu einem WUP der mit Bewegung die Trägheit weg bekommen sollte. Im folgenden Thema ging es um das Leiten von Gruppen.  Dabei kamen die wildesten Kunstwerke heraus, aber irgendwie hatten doch alle den gleichen Sinn.

In einer weiteren Kleingruppenarbeit musste der ideale Gruppenleiter mit seinen Eigenschaften dargestellt werden. Auch hier war man sich schnell einig, dass es den perfekten und idealen Gruppenleiter nicht gibt, da wir alle unser Stärken und Schwächen haben.
Anschließend ging es darum sich selber in verschiedenen Punkten einzuschätzen und dies als einen Fähigkeitenstern darzustellen. Hier gab es eine Vorgabe, aber sonst waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Nachmittags war es dann soweit für die erste richtig große Aktion. Das Vorbereiten eines Festes. Es standen 3 Themen zur Auswahl, Mafia, Dschungelbuch und Weihnachten. Eine gute Fee zog einen der drei Zettel und es musste eine Weihnachtsfeier für Kinder im Alter von 6 bis 8 organisiert werden. Eine Weihnachtsfeier mitten im Oktober?!? Na das kann ja heiter werden.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam die ganze Geschichte dann ins rollen und es wurde organisiert, ausgedacht und geplant so dass es zu einem herrlichen Kinderfest kommen sollte.

Nun war es soweit. Alle Teilnehmer standen vor der Tür und der eigens dafür eingestellte Türsteher hielt die Massen vor dem Eintreten zurück, da es noch ein paar kleinere Restarbeiten zu erledigen galt. Als diese dann auch letztendlich beendet waren, durften alle den Raum betreten. Man konnte das Funkeln in den Augen der Teilnehmer sehen, als sie sich durch den Anblick der Dekoration in ihre eigene Kinderzeit zurück versetzt fühlten. Erst einmal setzen und alles wirken lassen. Da hat das Dekoteam hervorragende Arbeit geleistet. Nach den ersten Spielen wurde dann nun endlich auch gesungen. Angetrieben von der guten Laune wurden dann auch Lieder im Kanon gesungen die eigentlich gar nicht dafür gedacht sind. Außerdem wurde durch rumalbern eine neue Süßigkeitenkombination entdeckt. Das Leblatius. Ein Stück Lebkuchen mit Spekulatius zusammen im Mund soll wohl für einen erhobenen Gaumenschmaus sorgen. Bei der Weihnachtsgeschichte saßen alle still und gespannt auf ihren Plätzen und es fühlte sich an wie früher. Um das alles sacken zu lassen war dann erst einmal ein bisschen Zeit ohne Programm vorgesehen.

Auf einmal klopfte es laut drei Mal gegen die Tür. Einige zuckten zusammen und erschraken davor was da nun passiert. Da hämmerte es noch drei Mal gegen die Tür und eine dunkle Stimme ertönte. Ja es war der Weihnachtsmann. Aufgeweckt aus seinem Sommerschlaf ein bisschen mürrisch, aber da stand er. Groß, weißer Bart, roter Mantel und einen dicken Bauch. Genau so wie wir ihn kennen. Jeder der ein Gedicht oder einen Witz erzählen konnte erhielt ein kleines Geschenk von ihm. Auch die etwas scheuen Kinder bekamen eine Kleinigkeit. Für ihn wurde es aber bald Zeit sich wieder zu verabschieden, denn er musste langsam mal anfangen die Wunschzettel der Kinder auf der ganzen Welt zu lesen und zu sortieren. Nachdem der Weihnachtsmann wieder verschwunden war endete die Feier langsam, aber alle waren sich einig, dass dies ein wunderschöner, sehr gelungener Abend war. Dieses wurde im Blitzlicht so auch widergespiegelt.

Sonntagmorgen wurde das alles noch einmal genauer analysiert und es wurde auf Kommunikationsschwierigkeiten hingewiesen, welches auch das nächste Thema war. Die Grundlagen der Kommunikation, die 4 Ohren und eine Bauklotzübung wurden erläutert und erprobt.  Bei allen drei Varianten musste man feststellen, dass es zwar einfacher wurde, man aber deutlich die Kommunikation verbessern muss.

Nach dem Mittagessen gab es dann eine Feedbackrunde in zwei Gruppen. Hier durfte dann auch jeder seinen Fähigkeitenstern vorstellen und sich ein Feedback aus der Gruppe geben lassen. Einige waren überrascht wie sie nach außen wirken obwohl sie das gar nicht so wollen.

Abschließend gab es dann die große Auswertung und man konnte merken, dass alle doch irgendwie froh waren das Wochenende gut über die Runden bekommen zu haben. Alle fuhren nach Hause mit der Vorfreude auf Teil 2 im November.


2. Wochenende im November

„Ob sie alle da sind?“, „Wird es wieder so ein tolles Wochenende?“, „Wieso ist das Wetter schon wieder so mies?“. Dies sind Fragen die man sich stellt als es wieder auf dem Weg in Richtung HdJ geht. Dort angekommen ist es genauso wie beim letzten Mal. Man wird als Freund empfangen und es ist alles recht herzlichst. Der Seminarverlauf wird vorgestellt und wir starten in eine Runde Gruppenmemory. Die Stimmung ist gut und trotz einiger Veränderungen unter den Teilnehmern sind wir alle ein Team.

Gender steht als nächstes auf der Tagesordnung. Gibt es genetisch bedingte Eigenschaften die Männer von Frauen unterscheiden? Ist unser Verhalten angeboren oder stülpt uns die Gesellschaft ein typisches Männer- bzw. Frauenbild über? Werden wir etwa in eine Ecke gedrängt aus der es nur schwer rauszukommen ist? Die Gruppenarbeit bringt uns darüber noch keine wirklichen Ergebnisse, aber dies werden wir dieses Wochenende noch intensivieren.

Nachdem es wieder geblitzt hat, sind nun doch irgendwie alle froh den Abend ausklingen zu lassen.
Der Tag startet wieder mit einem WUP. Wir sind alle Pilze und müssen unseren Lieblingspilz drei Mal umrunden. Ein wildes Durcheinander beginnt und einige versuchen sich gegenseitig zu umrunden. Weiter geht es mit der Spielepädagogik.  Des Weiteren war das Thema Erlebnispädagogik an der Reihe. Der Vormittag wurde dazu genutzt uns zu erläutern was dies bedeutet. Aber es war mal wieder nicht nur pure Theorie, sondern wurde auch wieder mit praktischen Beispielen gearbeitet. Raus in das kühle Nass um sich einen Stein zu suchen. Wozu? Das wird an dieser Stelle nicht verraten...

Es folgte eine lange Mittagspause um sich zu erholen, denn nachmittags sollte es zum praktischen Teil kommen. Zuerst gab es aber einen WUP um die Trägheit der Pause wieder weg zu bekommen.
Dann ging es los. Die Rentner des Agententeams aus dem HdJ hatten die Aufgabe sich Nachwuchs zu suchen und haben sich einige schwierige Aufgaben ausgedacht. Es ging in eine große Halle und es kam die Aufgabe, dass man in einer Reihe gleichzeitig mit 15 Personen genau einen Meter im gleichen Takt nach vorne geht. Die Gruppe diskutierte und kam schnell zu einer Lösung. Nach dem dritten Versuch hat es dann geklappt und alle marschierten wie an der Schnur gezogen einen Schritt nach vorne.

Dann war es an der Zeit eine Statue zu bauen. Hilfsmittel waren nur ein Kran der an 24 Schnüren hing die dann an die Teilnehmer verteilt worden. Durch Koordination, Geschicklichkeit und Absprachen gelang es dann mehr oder weniger zügig die herumliegenden Steine zu einer Statue zu bauen.  Leider ist dabei ein Stein, der einen Agent im Einsatz darstellen sollte, gefallen. Er wurde aber gerettet und der Agent wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Stunde des Vertrauens war angebrochen. Die Agenten hatten alle Nachtsichtgeräte an, welche aber bis auf eins alle defekt waren. Da feindliche Agenten in der Nähe waren und sofort bei einem lauten Geräusch zugegriffen hätten durfte man nicht reden und es waren nur leise Geräusche erlaubt die dann bestimmte Bedeutungen gehabt haben. Man einigte sich darauf welches Geräusch welchen Vorgang auslöst und wurde dann in einer Zone verteilt. Der Agent mit dem funktionierenden Nachtsichtgerät hatte die Aufgabe alle anderen Agenten in eine sichere Zone zu bringen. Blindes Vertrauen und die Koordination der  Geräusche waren im Zusammenspiel nicht ganz so einfach, aber auch diese Aufgabe wurde gelöst.

Anschließend musste eine Hürde überwunden werden. Ein alarmgesichertes Seil war hüfthoch gespannt und alle Agenten mussten dies Überwinden. Vier clevere und fußkranke Agenten konnten die Hürde noch überwinden ehe dieses gespannt worden ist. Danach kam es dann zu einem kräftezehrenden Akt die Agenten alle über die Hürde zu bekommen. Leider ist beim ersten Versuch den letzten Agenten über die Hürde zu bekommen das Alarmsignal ausgelöst worden. Also musste man diese Aufgabe noch einmal lösen. Schon im zweiten Versuch sind alle heil und gesund über die Hürde gekommen und der Teamgeist wurde immer stärker.

Nach jeder Runde wurden als Belohnung Buchstaben eines Codes ausgegeben und nach den vier Übungen haben die Agenten recht schnell das Lösungswort herausbekommen und begaben sich auf die Suche nach diesem Gegenstand und fanden dort einen Schatz.
Eine Auswertungsrunde zeigte uns, dass wir als Team immer stärker werden und jeder seine positiven Eigenschaften mit einbringen konnte. Blindes Vertrauen, Koordination, Geschicklichkeit, Durchsetzungsvermögen und Führung waren hier wichtige Eigenschaften die zum Erfolg geführt haben.

Zum Abschluss des Abends wurde nach dem Abendessen eine Runde die Werwölfe aus Düsterwald gespielt. Nach zwei spannenden Runden war auch hier der Abend beendet und er war wie immer ein sehr gelungener.

Der Einstieg am Sonntag wurde mit der Suche nach Goofy gestartet und die weitere Thematik bezog sich auf die Rechte und Pflichten der Gruppenleiter.

Nach dem Mittagessen gab es noch eine Feedbackrunde in der das Wochenende analysiert und das Wochenende aufgearbeitet worden ist.
Der große Abschluss war dann eine Abschlussaktion bei dem alle endlich den Labadu kennengelernt haben.
Und wieder ging ein anstrengendes, aber sehr schönes und sehr informatives Wochenende in Bad Münstereifel zu Ende. Irgendwie ist man dann doch froh wieder nach Hause zu fahren. Aber 3 Wochen später geht es ja schon wieder weiter.

Andreas Killer

Bilder der beiden Seminarwochenende gibt es im Fotoalbum.