Youthwork Fachtagung 2026 – in Bewegung bleiben!
Vom 13. bis 15. Juli 2026 fand die jährliche Fachtagung des Youthwork NRW Netzwerks im Könzgenhaus in Haltern am See statt. Unter dem Motto „In Bewegung bleiben“ tauschten sich Fachkräfte zu aktuellen Entwicklungen in der Sexualpädagogik sowie der HIV- und STI-Prävention aus um gemeinsam praxisnahe Ansätze, die sich an Jugendlichen und ihrer Lebensrealität orientieren, zu gestalten.
Einen spannenden Einstieg setzte der Impulsvortrag von Teresa Nentwig zu „Helmut Kentler und die emanzipierende Sexualpädagogik“. Emanzipation als Ziel von Sexueller Bildung stellt eine wichtige Grundlage unserer Arbeit im Netzwerk von Youthwork dar, ist in Deutschland jedoch historisch auch mit Grundannahmen verknüpft, von denen es sich – gerade im Sinne der sexuellen Selbstbestimmung – heute strikt abzugrenzen gilt.
Im folgenden Workshop „Skinnytok is back? – Essstörungen im Jugendalter“, konnte unsere Bildungsreferentin Pia Kuhne sich zu Themen wie aktuellen Schönheitsidealen, den Einfluss sozialer Medien sowie den Auswirkungen von Körperunzufriedenheit und Essstörungen auf die mentale Gesundheit und Sexualität junger Menschen fortbilden. Der Workshop vermittelte wichtige Impulse für die pädagogische Praxis im Hinblick auf sexualpädagogische Workshops an Schulen.
Besonders intensiv arbeitete Pia an den beiden folgenden Tagen im Workshop „Neurodivergenz und Sexualpädagogik“ von Julia Henchen. Im Fokus standen die Bedürfnisse neurodivergenter Kinder und Jugendlicher im Kontext von Sexualität, Beziehung und Identität. Neben fachlichem Input zu Themen wie Kommunikation, Grenzen und sozialer Interaktion wurden konkrete Methoden für eine zugängliche und inklusive sexualpädagogische Arbeit erarbeitet. Ebendiese Methoden lassen sich auch auf weitere Bildungsformate und Methoden des JRK übertragen. Praxisbeispiele, Fallarbeit und der Austausch mit anderen Fachkräften ermöglichten wertvolle Anregungen für die eigene Arbeit. Insgesamt war die Teilnahme an diesem Workshop ein voller Erfolg und für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unglaublich wertvoll, insbesondere unter Berücksichtigung einer geschätzten Verbreitung neurodivergenter Menschen in Deutschland von 15 % - 20 %.
Die Fachtagung bot wieder einmal zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung, Vernetzung und Reflexion. Die gewonnenen Erkenntnisse werden künftig in die schulische Jugendbildungsarbeit einfließen und dabei helfen, sexualpädagogische Angebote noch stärker an den Lebenswelten junger Menschen auszurichten.