Rotkreuz-Grundwissen, Kinderrechte und Kommunikation

Vom 27. bis 29.11.2021 fand das Seminar "Zu Gast bei Henry" (für Kinder im Alter unter 14 Jahren) in der DJH Jugendherberge Essen statt. Mit dabei waren fünf Teamer*innen und elf Teilnehmende aus den JRK Kreisverbänden Grevenbroich, Rhein-Sieg und Viersen.

Eine neugierige Gruppe Jugendrotkreuzler*innen tummelt sich am Samstagnachmittag um eine goldene Rettungsdecke, auf der sich zehn etikettierte braune Pakete stapeln. Beschriftet sind die Kartons mit den Beschreibungen der wichtigsten Kinderrechte, und genau um die geht es bei diesem Workshop. "Auf welches eurer Rechte könnt ihr am ehesten verzichten?", wirft Teamerin Bianca Exner in die Runde. Ziel der Ehrenamtlichen ist es, eine rege Diskussion zu veranlassen und dafür zu sorgen, dass am Ende nur noch eine Kiste auf der glitzernden Folie verbleibt. Die Teilnehmenden beginnen zu tuscheln und sich zu beraten: Paket um Paket verschwindet, die Kinderrechte auf Privatsphäre, Gleichbehandlung und Schule müssen nach und nach weichen, bis schließlich nur noch das Recht auf Gesundheit übrigbleibt.

Die Rechte von jungen Menschen waren nur einer der zahlreichen Programmpunkte auf der Agenda des Seminarwochenendes "Zu Gast bei Henry U14": Nach einer kurzen Warmup-Übung, dicht gefolgt vom gemeinsamen Kennenlernen und einer gemütlichen Spielerunde am Freitagabend startete die Gruppe samstags mit einem vielfältigen Stationenlauf. Dabei erweiterten die Kinder Schritt für Schritt ihr Wissen über die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

Kreative Lapbooks, Schutzzeichen und #youthfluencer*in

Im Laufe des Vor- und Nachmittages entstand im Rahmen des Angebots je Jugendrotkreuzler*in ein individuell gestaltetes Lapbook, mit Fakten über die Kenn- und Schutzzeichen, die Betätigungsfelder des JRK in der Schule, die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes sowie die Organisation des DRK. Die Kinder nahmen bei dieser Gelegenheit auch an der #youthfluencer*innen-Kampagne des JRK-Landesverbandes teil und formulierten dabei ihre Forderungen an die Politik vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.

Direkt nach der Diskussion um die Kinderrechte starteten die Jugendrotkreuzler*innen am Samstagabend in kreative weihnachtliche Bastelaktionen: Sterne aus Transparentpapier, Upcycling-Schneemänner und Laternen auf Tetrapak-Basis entstanden in der zweiten Tageshälfte.

Am letzten Seminartag beschäftigte sich die Teilnehmendengruppe mit den Themen „gewaltfreie Kommunikation“ und „friedliche Konfliktlösung“. Spielerisch probierten zwei JRKler*innen-Teams in wechselnden Rollen aus, wie es sich anfühlt, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, deren Sprache und Kommunikationsweise zunächst fremd erscheint. Im Anschluss diskutierten die Gruppen in geänderter Zusammensetzung über praktische Themen aus dem Jugendrotkreuz – dabei entstanden hitzige Debatten, zum Beispiel um die Einbindung von elektronischen Medien in die Gruppenstunden oder die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen über Aktivitäten im Jahresprogramm ihres Kreisverbandes. Nach einer abschließenden Feedback-Runde und der Aushändigung der Teilnehmendenurkunden traten die JRKler*innen schließlich die Rückreise an.

Die oder der geneigte Lesende wird sich jetzt sicher fragen, ob die Jugendrotkreuzler*innen am Ende der eingangs geschilderten Übung wirklich dazu bereit waren, neun ihrer zehn Rechte einfach so über Bord zu werfen. Dem war natürlich nicht so: „Die Kinderrechte sind alle gleich wichtig, und eigentlich möchten wir auf keines davon verzichten!", so die einhellige Meinung der JRKler*innen.